714 antwortet nicht


Originaltitel:
Zero Hour!
Jahr:
1957
Eingetragen:
12.05.2012
IMDB-Wertung:
6,6/10

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Stryker bleibt keine Wahl, als selbst Platz zu nehmen
Ted Stryker (Dana Andrews) macht seine Kriegserfahrung als Kampfpilot seit gut zehn Jahren psychisch zu schaffen. Schließlich kann seine Frau Ellen (Linda Darnell) es nicht mehr aushalten und setzt sich mit Sohn Joey (Raymond Ferrell) ins Flugzeug. Ted erkennt, dass er verlassen wird und kann in letzter Minute ebenfalls noch an Bord kommen. Während der Ehekonflikt noch ungelöst, aber nun immerhin ausgesprochen in der Luft hängt, passiert das unglaubliche: Beide Piloten (Elroy Hirsch, Steve London) sowie die Hälfte der Passagiere trifft eine starke Lebensmittelvergiftung. Passagier Dr. Baird (Geoffrey Toone) prognostiziert, dass sie alle schnellstens in ein Krankenhaus müssen, um eine Überlebenschance zu wahren. Währenddessen sucht Stewardess Janet Turner (Peggy King) verzweifelt nach einem flugerfahrenen Passagier – und Ted kommt dem an Nächsten.

Obwohl er natürlich noch nie eine mehrmotoriege Passagiermaschine geflogen hat, und seit Ende des Krieges auch sowieso überhaupt nicht mehr, erklärt er sich schließlich bereit, den Steuerknüppel zu übernehmen – auch um Joey, der ebenfalls betroffen ist, zu retten. Flugkapitän Martin Treleaven (Sterling Hayden) soll ihm vom Boden aus per Funk Anweisungen geben. Doch ausgerechnet mit dem verbindet Ted unangenehme Erinnerungen aus eben jener Kriegsfliegerzeit. Kann er dem psychischen Druck standhalten und die ihm unbekannte Maschine trotz schlechtestdenkbaren Wetterverhältnissen heil herunterbringen?

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Die Presse bereitet sich auf jede Eventualität vor
Es ist schwierig, sich 714 antwortet nicht heutzutage so anzugucken, wie er mal gemeint war. Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug, der natürlich viel, viel bekannter geworden ist, benutzte gut 20 Jahre später das gleiche Drehbuch mit nur geringen Anpassungen und Ergänzungen, um diesen und ähnliche Filme gehörig und mehr als erfolgreich durch den Kakao zu ziehen. Und so wirken viele der mit großem Pathos vorgetragenen Dialogzeilen und Szenen dann plötzlich reflexartig komisch.

Doch stellt man dies so weit wie möglich ab, muss man zugeben, dass auch diese ernsthafte Originalvariante ihre Qualitäten hat. Der dramatische Spannungsbogen stimmt, die auftretenden Probleme mit dem Flugzeug befinden sich auf einer nachvollziehbaren Ebene: Es sind Kleinigkeiten wie ein leicht verstellter Hebel für den Funkkanal, die Ted Stryker erstmal den Schweiß auf die Stirn treiben und auch die Zuschauer mitfiebern lassen. Die Ebene seines persönlichen Traumas, der daraus resultierenden Flugangst und schließlich seinem wiedergewonnenen Selbstbewusstsein und damit der Lösung seiner familiären Probleme (da Ellen natürlich dann hin und weg vom neuen dynamisch-männlichen Ted ist) kann man dagegen getrost als eher plattes Beiwerk abtun.

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