Crescendo - Die Handschrift des Satans


Originaltitel:
Crescendo
Jahr:
1970
Eingetragen:
19.05.2012
Bearbeitet:
02.06.2012
IMDB-Wertung:
7,2/10

Studentin Susan Roberts (Stefanie Powers) will für ihre Abschlussarbeit direkt an der Quelle recherchieren. Danielle Ryman (Margaretta Scott), die Ehefrau des verstorbenen Komponisten, der Susans Thema sein soll, lädt die junge Frau in die pompöse Villa ein. Hier lebt sie mit ihrem Sohn Georges (James Olson) und den beiden Hausangestellten Lillianne (Jane Lapotaire) und Carter (Joss Ackland).

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Georges Selbstmitleid ist nicht besonders unterhaltsam
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Wer komponiert denn da?
Georges sitzt seit einem „Unfall“, der immer wieder zur Sprache kommt, aber nicht näher erläutert wird, im Rollstuhl. Und ihn plagen Alpträume, in denen ein anderer Mann, der ihm zum verwechseln ähnlich sieht, ihn mit einer Schrotflinte erschießt. Ertragen kann er diese psychische Belastung sowie die physischen Phantomschmerzen nur durch harte Drogen. Trotz der scheinbar unerklärlichen und mehr als wilden Stimmungsschwankungen Georges wandelt Susans Mitleid sich irgendwann in Zuneigung…

Doch so einfach ist es natürlich nicht. Wer schonmal einen Thriller aus dem Hause Hammer gesehen hat, weiß, dass wahrscheinlich die meisten Figuren wahnsinnig sind, die unschuldig-naive Protagonistin in den Wahnsinn zu treiben versuchen und sowieso nichts ist, wie es scheint. Oder es ist eben alles genau so, wie es scheint. Je nach Vorbildung und dadurch ausgeprägter Vorhersicht des Zuschauers. Es passiert noch sehr viel, ein einziges großes Auf und Ab, doch ohne zu viel zu verraten, kann man es leider, wie so häufig im Genre, gar nicht mehr beschreiben. Nicht sonderlich überraschen sollte es, dass es dann schon bald erste Tote gibt.

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Her mit der „Medizin“!
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Mindestens eine Person im Haus muss wahnsinnig sein
Die Handlung fokussiert sich recht schnell auf den Bereich „dunkle Familientragödie“, dessen motivisches Spektrum voll ausgereizt wird. So hat der große Übervater eine letzte Komposition nicht mehr vollenden können. In nächtlichen Sitzungen spornt Danielle einen nicht zu sehenden Mitstreiter an, das Werk doch noch fertigzustellen. Doch wer ist das? Von Georges hat man vorher erfahren, dass er für seine Mutter als Enttäuschung gilt, da er das Talent des Vaters „trotz der besten Lehrer“ nicht geerbt habe.

Susan bekommt insofern eine Rolle, die über die der reinen Beobachterin hinaus geht, dass Danielle sie anscheinend zum Abbild Catherines (Kirsten Lindholm) machen will. Catherine war Georges Verlobte, erfährt sie, hat ihn aber nach seinem Unfall verlassen. Wieder dieser Unfall – was war da los? Es scheint entscheidend zu sein. Und wie ist dieser sich immer variierende Traum zu verstehen? Im wörtlichen oder übertragenen (bspw. als Georges „Gewissen“, das über seine eigenen Taten „richtet“) Sinne? Währenddessen intrigiert das Personal fleißig um den Einfluss über ihre Dienstherren und verfolgen so ganz eigene Ziele.

Das sind jetzt vielleicht nicht die originellsten Elemente, aber sie fügen sich organisch zu einem stimmigen Gesamtbild, und die stilvolle Inszenierung sorgt für kurzweilige Unterhaltung. Zu sehr darf man die Auflösung dann jedoch nicht hinterfragen – wenn das der Fall war, dann hätte Susan, die Expertin für diese Musikerfamilie, es ja wohl eigentlich vorher wissen müssen! Tut der Spannung, guten Optik und damit dem positiven Gesamteindruck aber keinen Abbruch.

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