Die Welt in 10 Millionen Jahren


Originaltitel:
Wizards
Alternativtitel:
Die Welt in zehn Millionen Jahren
Jahr:
1977
Eingetragen:
16.06.2012
Bearbeitet:
04.07.2015
IMDB-Wertung:
6,5/10

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Avatar und die obligatorische leichtbekleidete Begleiterin
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Die schlagkräftige Mutantenarmee
Vor Millionen von Jahren hat ein Atomkrieg die Erde verwüstet. Mit der Zeit haben sich „alte“ Rassen wieder entwickelt: Elfen und Feen bevölkern die Welt – aber auch Mutanten. Zum Anführer letzterer Gruppe hat sich der mächtige Mager Blackwolf (Steve Gravers) heraufgeschwungen. Vor ein paar hundert Jahren hatte Blackwolf bereits einmal versucht, die Weltherrschaft zu erringen, jedoch war er von seinem Zwillingsbruder Avatar (Bob Holt) besiegt und vertrieben worden.

Nun haben sich die Dinge jedoch geändert. Avatar ist mit steigendem Alter senil geworden und von seiner früheren magischen Macht ist wahrscheinlich nicht mehr viel übrig. Blackwolf hat dagegen durch archäologische Untersuchungen die Technik für sich entdeckt. In Adolf Hitler hat er sein Vorbild entdeckt: Filmaufnahmen von Naziaufmärschen und Reden Hitlers sollen seine Mutantenhorden inspirieren und ihnen die bislang fehlende Disziplin einhämmern. Die in ihren noch aus dem ersten Weltkrieg bereitstehenden Schützengräben französischen Soldaten (ähm… elfischen Soldaten des „ersten Krieges“) nehmen die wieder heranrückende Mutantenarmee erst nicht ernst, werden jedoch von dem hochorganisierten Feind mit seiner überlegenen Waffentechnik überrannt.

Da ein Sieg auf dem Schlachtfeld unmöglich scheint, macht sich Avatar gemeinsam mit Elf Weehawk (Richard Romanus), Fee Elinore (Jesse Welles) und dem umgepolten Roboter „Peace“ (David Proval) auf, Blackwolf direkt zu konfrontieren.

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Führer Blackwolf und sein Filmprojektor
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Die dämonischen Mutantensoldaten überrennen alles
Eine sehr seltsame Mixtur, die uns Ralph Bakshi da vorsetzt – der zweite Weltkrieg in einer Tolkien'schen Welt (was nicht so absurd ist, schließlich entstand auch Der Herr der Ringe vor dem Eindruck dieses Krieges), ausgestaltet als Allegorie auf die Konfrontation zwischen Magie und Technologie. Wobei beides unerwartete Aspekte beinhaltet. Blackwolf ist zwar „von Geburt an“ ein Bösewicht und übernimmt logischerweise die Hitler-Rolle, aber andererseits gibt es gleich mehrere Szenen, in denen er sich doch recht nachvollziehbar als Vertreter der von den anderen Völkern ungerecht behandelten und damit tragischen Mutanten aufschwingt, während man solche Zweifel auf der Seite der eigentlich „Guten“ nicht erfährt. Etwas eindeutiger die Bedeutung der Endszene, in der Avatar seinen bösen Bruder nicht etwa mit Hilfe von Magie aus dem Weg räumt, sondern kaltblütig mit einer Pistole erschießt: Das ist wohl so zu interpretieren, dass, obwohl der „Millionen Jahre alte Verbot der Technologie“ einen langwährenden Frieden gebracht hat, es trotzdem legitim sei, derlei Bedrohungen mit gleichen Mitteln zu begegnen.

Hört sich jetzt alles recht ernst an, und das ist es auch durchaus: Die Welt in 10 Millionen Jahren ist ganz sicher kein Zeichentrickfilm für Kinder. Trotzdem gibt es einige Szenen und Elemente, die trotzdem sehr kindisch gemacht sind: Insbesondere Avatar und seine Mitstreiter bewegen sich zwischen unkomisch und nervig. Stilistisch geht es ebenso uneinheitlich zu: Während der Hauptteil des Films in klassischem Cartoonstil gehalten is, wie der nicht nur mit den erwähnten dokumentarischen Aufnahmen überlagert und gemischt, sondern einige Szenen sind eher schlampig rotoskopiert (also abgefilmt und „übermalt“). Damit nicht genug; große Teile der eigentlichen Erzählung werden aus dem Off zu eingeblendeten Standbildern bestritten. Letztere sind von hoher zeichnerischer Qualität, sehen aber wieder völlig anders aus als der Rest.

Was soll man also von diesen Magiern halten? Ganz gute Grundidee, aber die Handlung ist kaum mit Leben gefüllt. Dazu fehlen einfach Details. Was angedeutet wird, wird nicht ausgeführt. Der Stil ist ebenfalls nicht stark genug, allein zu überzeugen. Als Experiment anschaubar, aber auch schnell wieder vergessen.

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