Jack the Ripper - Der Dirnenmörder von London


Originaltitel:
Jack the Ripper - Der Dirnenmörder von London
Jahr:
1976
Eingetragen:
21.07.2012
Bearbeitet:
16.02.2014
IMDB-Wertung:
5,5/10

„Kultregisseur“ Jess Franco traut sich an den klassischen Jack-the-Ripper-Stoff… und lässt gleich keinen Zweifel, wer sein Bösewicht ist: „Klaus Kinski ist Jack the Ripper“ verkündet schon der Vorspann. Kinski spielt Dr. Orloff, der sich tagsüber sozial zeigt und finanziell minderbemittelte Kranke versorgt, obwohl er selbst kaum genug Geld zum Leben hat. Nachts zieht er jedoch los, Prostituierte (unter Anderem Francine Custer, Esther Studer und Lina Romay) zu meucheln.

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Diese Kulisse muss wiederholt herhalten

„Grund“ dafür ist irgendein lachhaftes Trauma bezüglich Orloffs Mutter, die anscheinend sein erstes Opfer war. Seitdem hat er „Angst vor Frauen“, wie seiner Vermieterin feststellt. Inspektor Selby (Andreas Mannkopff) bedient sich modernster Ermittlungsmethoden: Nach den Beschreibungen von Zeuginnen werden Phantomzeichnungen angefertigt, Leichenteile werden chemisch analysiert. Doch den entscheidenden Durchbruch bringt erst die unabgestimmte Eigeninitiative von Selbys Verlobter Cynthia (Josephine Chaplin): Sie verkleidet sich und ermittelt „undercover“ – gefährlich.

Doch ehrlich gesagt interessieren die Details der Handlung den Regisseur wohl nur wenig. Was die Rolle der geistig zurückgebliebenen Frieda (Nikola Weisse), die Orloff bei der Beseitigung der Leichen hilft, soll, bleibt völlig im Dunkeln. Orloffs Alptraum, in dem seine Mutter ihn verhöhnt, ist eher unfreiwillig komisch. Gleichzeitig hält Franco sich mit Sex & Gewalt für seine Verhaltnisse allerdings sogar relativ weit zurück: Natürlich gibt es ein paar wirklich eklige Szenen, aber man kann sie an einer Hand abzählen (und sind von sehr unterschiedlicher Qualität – von völlig lächerlich bis einigermaßen überzeugend).

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Klaus Kinski muss nicht viel schauspielern

Was er allerdings versucht, sind zwei distanziert gefilmte Szenen, in denen Mord und Vergewaltigung miteinander verschwimmen. Sorgt allerdings ebenfalls eher fürs Fremdschämen, als Spannung. Atmosphäre will trotz des offensiven Einsatzes von Nebelmaschinen auf der Bühne ebenfalls nicht so recht aufkommen. Alles nicht abgrundtief schlecht (so man eben zwei oder drei Blut-Exzessszenen zu ertragen bereit ist), aber die Grenzen Francos als Regisseur jenseits seiner üblichen Effekthascherei werden einem schon deutlich vor Augen geführt. Und spätestens am Ende, wenn sich Orloff widerstandslos von der Polizei festnehmen lässt, kann man eigentlich nur noch ungläubig den Kopf schütteln.

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