Rosemaries Baby


Originaltitel:
Rosemary's Baby
Jahr:
1968
Eingetragen:
23.07.2012
IMDB-Wertung:
8/10

Guy Woodhouse (John Cassavetes), ein erfolgloser Schauspieler, zieht mit seiner Frau Rosemary (Mia Farrow) in ein neues Apartment. Ihr ist das Gebäude, um das sich unschöne Gerüchte ranken, von Anfang an unheimlich. Guy freundet sich jedoch schnell mit den ältlichen Nachbarn, Roman (Sidney Blackmer) und Minnie Castevet (Ruth Gordon), an, und durch Romans Verbindungen bekommt Guy plötzlich eine Hauptrolle. Als dann Rosemary auch noch, was sie sich schon lange wünscht, schwanger wird, scheint das Glück perfekt.

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Hoffentlich ein Albtraum

Doch die immer mehr vereinsamende Rosemary plagen Albträume. In einem wird sie beispielsweise sogar von einem Dämonen (oder sogar dem Teufel selbst?) vergewaltigt. Auch körperlich zeigen sich Beschwerden; auf Anraten der Castevets, die ein ungewöhnliches Interesse an den Woodhouses zeigen, wechselt Rosemary von Dr. Hill (Charles Grodin) zu dem hochangesehenen Dr. Sapirstein (Ralph Bellamy). Der empfiehlt selbstangefertigte Hausmittel aus suspekten Zutaten. Außerdem bekommt Rosemary von der Nachbarschaft einen Talisman überreicht. Ihr Zustand wird allerdings immer schlechter, statt besser, und ihr wird das Ganze zu unheimlich – so versucht sie die Isolation und Abhängigkeit, in der sie sich mittlerweile befindet, dann doch zu überwinden und wendet sich wieder an Dr. Hill… doch der hält das wirre Gerede von Satanisten für den panischen Anfall einer psychisch überlasteten Schwangeren…

Was uns Roman Polanski hier vorführt, hat all das Lob, das üblicherweise über dem Film ausgeschüttet wird, ausnahmslos verdient! Ein schleichendes, klaustrophobisches Grauen steigert sich durch die scheinbar immer kleiner werdende Welt Rosemarys. Ihr körperlicher Verfall und das damit verbundene Leiden werden immer sichtbarer (für eine solche Rolle ist die ohnehin sehr verletzlich wirkende Farrow natürlich bestens geeignet). Trotzdem gibt es „objektiv“ keinerlei Beweise für ihre paranoiden Vorstellungen. Eben die Struktur eines Albtraums.

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Hutch (Maurice Evans) sorgt sich nach Romans Geschmack etwas zu sehr um Rosemary – kurz darauf ist er tot

Und das sogar inklusive des Endes: Dass Guy seine Frau und sein Kind in die Fänge einer satanistischen Sekte übergeben hat, ist unbestritten – aber ob das Kind wirklich der Sohn des Teufels und damit ihr Messias ist, wie diese Gruppe glaubt, oder es einfach nur ein Haufen Spinner ist, das bleibt offen: Auch wenn immer wieder davon gesprochen wird, das Kind habe die Augen „seines Vater“ (worauf Rosemary anmerkt, Guy sehe doch ganz anders aus), bekommen die Zuschauer es niemals zu Gesicht. Besser so, denn solch subtiler Grusel ist auf lange Sicht viel wirkungsvoller, als irgendwelche Schockeffekte.

Ironisch dabei: Als Produzent fungierte William Castle (der auch einen kurzen Gastauftritt im Film hat), selber erfolgreicher Horrorregisseur in den 50er und 60er Jahren. Zu dessen gimmickbeladenen Filmen verhält sich Rosemaries Baby gerade antithetisch – und begründete damit eine ganz neue Art des Horrorkinos: Schluss mit Monstern aus anderen Dimensionen oder von anderen Planeten; das Grauen wohnt (im wahrsten Sinne des Wortes) nebenan!

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