Das Geheimnis der blutigen Lilie


Originaltitel:
Perché quelle strane gocce di sangue sul corpo di Jennifer?
Alternativtitel:
Drops of Blood / Der Satan mit dem Skalpell / The Case of the Bloody Iris
Jahr:
1972
Eingetragen:
13.08.2012
Bearbeitet:
29.08.2012
IMDB-Wertung:
6,5/10

Eine Frau (Evi Farinelli) wird unvermittelt im Aufzug erstochen. Das Fotomodell Mizar (Carla Brait) findet sie, überlässt die zugehörige Bürokratie jedoch den Nachbarn (Maria Tedeschi und George Rigaud) – schließlich müsse sie schnell zur Arbeit (in einem Stripclub). In die freigewordene Wohnung ziehen die Modelkolleginnen Jennifer (Edwige Fenech) und Marilyn (Paola Quattrini) ein. Jennifer wird von ihrem Ex-Ehemann Adam (Ben Carra) verfolgt, von dem sie sich getrennt hatte, da sie mit seinen Vorstellungen „gezwungen freier Liebe“ nicht zurecht kam. Mit Adam bekommt so auch Andrea (George Hilton), Architekt des Gebäudes, Ärger, als er mit Jennifer anbandelt.

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Fotoshooting mit Bodypainting (lechz…)

Der durchgeknallte Adam ist also Verdächtiger Nr. 1 für den Mord, auf den dann auch noch weitere folgen. Jedoch ist auch Andrea (Hilton-typisch) seltsamerweise immer vor Ort, wenn Jemand stirbt. Und damit der Verdächtigen nicht genug – Das Geheimnis der blutigen Lilie darf als Aspirant auf den Rekord falscher Fährten gelten, da anscheinend wirklich jede noch so kurz auftretende Person letztlich Motiv, Mittel und Gelegenheit zu haben scheint.

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Inverser Vertigo-Effekt

Die Inszenierung befindet sich durchgehend auf hohem Niveau: Perspektiven und Kamerafahrten werden durch die hervorragende Musik bestens ergänzt. Der erzählerische Tonfall ist dagegen etwas uneinheitlich ausgefallen. Man pendelt zwischen wirklich spannenden und atmosphärischen Szenen und billigem Trash. Zu letzterem gehören Szenen wie beispielsweise die, in der Jennifer von Adam vergewaltigt wird, daraufhin jedoch nicht etwa die Polizei ruft, sondern erstmal locker auf ein Date mit Andrea geht – und sich dann bei Rückkehr in ihre Wohnung wundert, dass sich dort immer noch ein ungebetener Gast aufhält. Oder, als Jennifer vom Killer angegriffen wird, sie sich aber gerade noch zu ihrer Nachbarin Sheila (Annabella Incontrera) retten kann – jedoch nicht, ohne vorher (zur Freude der offensichtlich lesbischen Sheila wie auch der Zuschauer) ihr Oberteil zu „verlieren“!

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Nochmal: Jene Szenen sind allesamt auf eine ironische Art unterhaltsam. In einem solchen Stil könnte man locker ganze Filme machen, die als gelungen gelten dürften. Doch leicht enttäuschend wird es dadurch, dass Das Geheimnis der blutigen Lilie streckenweise mehr aufblitzen lässt. „Mehr“ im qualitativen Sinne, nämlich dass man den Film auch auf ernsthafter Ebene gutheißen könnte. Doch immer, wenn man sich gerade fast überzeugen lassen hat, folgen dann wieder reine Sleaze- und Exploitationszenen.

Fans wird das nicht abschrecken, denn Edwige Fenech, die nach den protagonistentechnisch etwas verwirrenden ersten zehn Minuten in praktisch jeder Szene ist, schaut man sich natürlich in jedem Kontext gerne an. Empfehlenswert ist der Film ohne Weiteres. Doch wie viel mehr dringewesen wäre, kann eben auch frustrieren. Irgendwo zwischen unterer Ober- oder oberer Mittelklasse.

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