Marschier oder stirb

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Originaltitel:
March or Die
Jahr:
1977
Eingetragen:
10.09.2012
IMDB-Wertung:
6,3/10
TMDB-Wertung:
5,7/10


Hannes schreibt:

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Gerade erst aus dem „siegreichen“ 1. Weltkrieg zurückgekehrt soll Major Foster (Gene Hackman) mit seiner Einheit der französischen Fremdenlegion schon wieder nach Afrika ausrücken. Zwar brodelt es in Marokko bereits, doch überzeugt das Versprechen großer Goldschätze die Regierung davon, den Archäologen Francois Marneau (Max von Sydow) mit Ausgrabungen zu beauftragen. Die Bedenken Fosters, diese könnten von den Einheimischen (Ian Holm) als Grabschändung aufgefasst werden, werden von den im sicheren Paris residierenden hohen Herren beiseite gewischt.

Die Truppe setzt sich aus mehr oder weniger verzweifelten und teilweise sogar „Zwangsrekrutierten“ zusammen. Zu letzteren gehört beispielsweise der Italiener Marco (Terence Hill), genannt „der Zigeuner“. Der kann sich mit den militärisch-strengen Hierarchien sowie Fosters gnadenloser Art und seinen demütigenden Methoden überhaupt nicht anfreunden. Als er sich expliziten Befehlen, teilweise um Kameraden zu helfen, immer wieder widersetzt, kostet ihn das selbst fast das Leben…

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Das sollte wahrscheinlich Terence Hills großer Durchbruch in den USA werden. Doch wie das hätte funktionieren sollen, ist nicht ganz klar. Er darf nur teilweise das machen, wofür er in Europa bereits berühmt geworden war: Den unternehmungslustigen, spontanen und frechen kleinen Jungen im Erwachsenenkörper zu spielen. Tatsächlich wird dieser ihm sicherlich liegende Charakter ja sogar ins Zentrum der Erzählung gestellt, jedoch in dem Sinne, dass er erst langsam gebrochen zu werden scheint und schließlich versteht, warum der zynische Foster so handelt und wie er so geworden ist: Die unmenschlichen Umstände zwingen auch Hills Figur dazu „erwachsen“ zu werden.

Der Tonfall ist also grundsätzlich ernst. Jedoch hat diese Charakterentwicklung keinen Raum zur langsamen Entfaltung. Stattdessen wird der Film in Form kurzer Episoden inszeniert. Dafür, in welchem zeitlichen Rahmen sich das bewegt und in welcher Dichte sie so zueinander stehen, kommt jedoch kein Gefühl auf.

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Erzählerisch sogar noch viel unklarer stellt sich die Rolle der Simone Picard (Catherine Deneuve) dar. Warum sie überhaupt nach Marokko reist und was sie dort tut, wird niemals erklärt, aber doch werden ihr entscheidende Handlungsaktionen zugestanden. Ebenso wie in ihrem Fall wirkt die Geschichte so angelegt, als hätten auch ein paar andere Soldaten so wie „der Zigeuner“ ihre eigene kleine Geschichte bekommen sollen. Doch auch dazu kommt es nicht.

Es spricht also Einiges dafür, als sei Marschier oder stirb einfach größer und aufwändiger gedacht gewesen. In dieser Kürze können all diese Versprechungen nicht eingehalten werden – und es bleibt bei der recht platten und moralisch fragwürdigen Entwicklung Marcos, die mit seinem Endmonolog, in dem er die gleichen Worte, die bei seiner eigenen Ankunft in Afrika Foster verwendete, benutzt. Nicht unbedingt subtil.

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