Brennendes Indien


Originaltitel:
North West Frontier
Jahr:
1959
Eingetragen:
23.09.2012
IMDB-Wertung:
7,2/10

Anfang des 20. Jahrhunderts: In den nordwestlichen Provinzen von Britisch-Indien (also dem heutigen Pakistan) kommt es zu religiös motivierten Unruhen. Muslimische Rebellen massakrieren die hinduistische Führungsschicht. Der Maharadscha will zumindest seinen Sohn, den Prinzen (Govind Raja Ross) retten. Captain Scott (Kenneth More) soll den Jungen in Sicherheit bringen. Doch die Rebellentruppen belagern bereits die Stadt, der letzte Flüchtlingszug ist gefahren. Scott stöbert allerdings eine eigentlich schon ausgemusterte alte Lokomotive auf, auf die ihr ehemaliger Lokomotivführer Gupta (I.S. Johar) immer noch große Stücke hält. In Ermangelung an Alternativen will Scott den Ausbruch wagen.

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Ein Flüchtlingszug wurde bereits von den Rebellen niedergemetzelt

In dem einzigen Wagen kommen neben Gupta, Scott und dem Prinzen noch ein paar in der Stadt zurückgebliebene Europäer unter: Catherine Wyatt (Lauren Bacall), die amerikanische Hauslehrerin des Prinzen, Lady Wyndham (Ursula Jeans), die Ehefrau des britischen Statthalters, Waffenhändler Peters (Eugene Deckers), der niederländische Reporter van Leyden (Herbert Lom) sowie der gutmütige Mr. Bridie (Wilfried Hyde-White). Der initiale Ausbruch durch die feindlichen Linien gelingt, doch die folgende abenteuerliche Fahrt ist gekennzeichnet von der immer wieder versagenden Technik, sabotierten Strecken und der permanent schwehlenden Gefahr weiterer Überfälle durch marodierende Rebellenhorden. Und nicht mal allen im Zug Anwesenden kann man notwendigerweise trauen…

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Natürlich gerät auch dieser Zug unter Beschuss

Endlich mal ein Abenteuerfilm, der ohne großes Aufheben und endloses Gerede gleich zur Sache kommt! Weder müssen die Personen langwierig charakterisiert, noch irgendwelche Konflikte erklärt werden. Stattdessen beginnt es mit der Erstürmung des Palasts des Maharadschas und der überstürzten Flucht Scotts mit dem Prinzen. Die anderen Personen lernt man dann, soweit es überhaupt nötig ist, auf der bevorstehenden Reise auf erzählerisch organische Art und Weise kennen. So einfach kann das sein, die für die Zuschauer notwendigen Informationen zu vermitteln!

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Die beschädigte Brücke muss zu Fuß überquert werden

In einem ähnlichen Tempo geht es dann auch weiter. Ohne große Eigenkontrolle stolpert das Grüppchen von einer Gefahrensituation in die nächste. Alle davon ergeben sich logisch und sind in ihrer Auflösung jeweils nachvollziehbar. Und was die Personen selbst angeht, funktioniert das, weil es sich ohnehin um Archetypen handelt: Der aufrechte Soldat, der verschlagene Verschwörer, die pazifistisch angehauchte Witwe, die Aristokratin usw. Sehr unterhaltsam, ohne dabei gleich sämtliche Laufzeitkonventionen zu sprengen.

Kommentare

MonsterAsyl (23.09.2018 08:58)

Zitat:"Endlich mal ein Abenteuerfilm, der ohne großes Aufheben und endloses Gerede gleich zur Sache kommt! Weder müssen die Personen langwierig charakterisiert, noch irgendwelche Konflikte erklärt werden. Stattdessen beginnt es mit der Erstürmung des Palasts"

Daraus schliesse ich, daß Sie den Film in der stark gekürzten deutschen Fassung gesehen haben, bei der fast 30 Minuten fehlen. Unter anderem fehlt die von Ihnen oben beschriebene Einführung.

Hannes (23.09.2018 10:26)

Vielen Dank für die interessante Ergänzung! Ich glaube jetzt nicht, dass das zusätzliche Material meine Meinung positiv beeinflussen würde, aber jedem das Seine.


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