Auf dem Kometen


Originaltitel:
Na Kometě
Jahr:
1970
Eingetragen:
29.09.2012
IMDB-Wertung:
7/10

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Der Komet nähert sich der Erde
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Die dicken Kanonen…
In Nordafrika liegen sich französische Kolonialtruppen, spanische Sklaven- und Waffenhändler und arabische Fürsten in den Haaren. Als sich jedoch ein Komet der Erde gefährlich nähert, geraten sie allesamt, inklusive ihrer Städte und Festungen, in den Sog des vorbeiziehenden Himmelskörpers und finden sich plötzlich auf dieser neuen Welt wieder. Sofort beginnt auch hier der Machtkampf: Die Franzosen wollen ihre Herrschaft auch hier zementieren, internieren alle „Ausländer“, beschlagnahmen Waren.

Doch dies ist nun mal nicht die Erde und gegen die einheimischen Dinosaurier können auch die französischen Kanonen nichts ausrichten. Stattdessen zeigen viel altmodischere Methoden abschreckende Wirkung. Die Annäherung der verschiedenen Nationalitäten geschieht endgültig, als der Astronom Oberleutnant Sevadac (Evil Howváth) errechnet, dass sich der Komet genau auf Kollisionskurs mit dem Mars befindet. Angesichts des baldigen Untergangs kommt es zur großen Verbrüderung, man versucht, die verbliebene Zeit möglichst angenehm zu verbringen. Nur die ursprünglich in Gibraltar stationierten Briten haben davon noch nichts mitbekommen.

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…sind gegen die Dinosaurier nutzlos
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Da bleibt nur noch Betrinken – gemeinsam!
Doch Servadac hat sich geirrt: Der Komet entfernt sich wieder von dem Planeten. Zwar erwachen urplötzlich wieder alte Konkurrenzinstinkte, doch die meisten Waffen hat man ohnehin mittlerweile zerstört. So einigt man sich trotzdem, die irdische Rivalität beizulegen und ruft eine „Weltbürgerschaft“ aus. Was jedoch auch nicht lange anhält, denn so plötzlich man sich auf dem Kometen wiedergefunden hatte, so kehren diese Weltbürger auch wieder zur Erde zurück. Hier werden prompt die Grenzposten wieder aufgebaut, die Uniformen wieder angezogen und das gegenseitige Schlachten beginnt von Neuem…

Eine zweifellos einfache und moralistische, aber wirkungsvoll zugespitzte Parabel über die Sinnlosigkeit menschlicher Besitz- und staatlicher Machtansprüche. In dem Moment, in dem „Pflichterfüllung“ sinnlos geworden ist, sehen alle Beteiligten ein, dass sie sich nur selbst das Leben schwer machen, wie ausgrenzender Patriotismus, Rassismus und eben persönliche Gier ihnen keinen wirklichen Wert bringt. Das Ende kann man als ironisch bezeichnen, doch es ist eine pessimistische Ironie, bei der einem das Lachen im Hals stecken bleibt.

Regisseur Karel Zeman bedient sich auch in diesem Film wieder sichtlich „falscher“, da zweidimensional gezeichneter Kulissen. Dieser Verfremdungseffekt ist für derlei Utopien durchaus geeignet, da er die Distanz zur Realität des Zuschauers nur vergrößert. Es wird dadurch nur noch klarer, dass man hier eine theatralische Posse vorgeführt bekommt. Die visuellen Tricks und die Optik allgemein sind trotzdem, wie eben auch der Inhalt, gelungen.

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