Der letzte Countdown


Originaltitel:
The Final Countdown
Jahr:
1980
Eingetragen:
08.10.2012
IMDB-Wertung:
6,7/10

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Sturz in das schwarze (Zeit-) Loch
Die „Nimitz“ unter dem Kommando Kapitän Matthew Yellands (Kirk Douglas) ist die modernste Generation US-amerikanischer Flugzeugträger. Bei einer Routinefahrt, bei der auch Warren Lasky (Martin Sheen) vom Verteidigungsministerium an Bord ist, gerät das Schiff in einen seltsamen elektromagnetischen Sturm. Yelland geht von einem Nuklearangriff auf die Vereinigten Staaten aus. Doch als seine Aufklärungsflugzeuge zurückkehren, lassen die geschossenen Fotos sowie der mittlerweile aufgeschnappte Funkverkehr nur einen Schluss zu: Man befindet sich zwar immer noch an der Stelle, wo man sich wähnte, jedoch ist es der 6. Dezember 1941 – der Tag des japanischen Überraschungsangriffs auf Pearl Harbor!

Yelland befindet sich nun in einem Dilemma: Soll er die moderne Waffentechnologie einsetzen, den Angriff, vielleicht sogar präventiv durch Zerstörung der herannahenden japanischen Flotte, zurückzuschlagen? Würde das, obwohl er natürlich sicher weiß, dass der Angriff stattfinden wird, nicht trotzdem eine einseitige Kriegserklärung der USA an die Japaner darstellen? Und vor Allem: Wie würde es den Lauf der Geschichte verändern, wenn es den Japanern nicht gelänge, wie historisch verbürgt die amerikanische Flotte entscheidend zu treffen?

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Keine Bedrohung für die „Nimitz“ – aber soll sie eingreifen?
Als zwei Kampfjets den Angriff japanischer „Zeros“ auf eine friedlich umherschippernde Jacht beobachten, gibt Yelland nach langem Zögern den Befehl, die Überlebenden Zivilisten zu retten. Es stellt sich heraus, dass es sich um Senator Chapman (Charles Durning) und seine Assistentin Laurel Scott (Katherine Ross) handelt. Chapman wurden 1941 gute Chancen eingeräumt, der nächste Vizepräsident zu werden – und eventuell sogar zum Präsidenten aufzusteigen. Und laut den Geschichtsbüchern war er im Dezember 1941 vor Hawaii verschollen und für tot erklärt worden…

In der Sonne glänzende Kampfjets, die zu den Klängen von Propagandamärschen schillernde Manöver fliegen – noch lange vor Top Gun. Die Propagandaintention und -wirkung darf man also nicht verleugnen. Im Gegensatz zu eben jenem Top Gun versucht Der letzte Countdown aber immerhin eine, wenn auch plakative, moralisch relevante Frage über Verantwortung zu stellen. Es ist das Grunddilemma eines jeden Zeitreisestoffs, das durchaus immer wieder interessant ist. Wobei sich dieser Film schließlich feige aus der Verantwortung zieht: Als es ernst wird, taucht ein neuer Sturm auf und die Nimitz wird wieder in die Gegenwart geschleudert. Schade – wobei man es positiv-implizit so interpretieren könnte, dass man sich hier der Schule des rein beobachtenden Zeitreisenden anschließen möchte, der die Vergangenheit gar nicht ändern kann; entweder, weil entsprechende neue Ereignisse die Änderungen wieder negieren (selbstheilende Geschichte) oder vielleicht auch, weil die Aktivitäten der Zeitreisenden bereits in der verbrieften Geschichte berücksichtigt sind. In solche Fragen expliziter einzutauchen, hätte dem Film zweifellos besser gestanden, anstatt immer noch wieder eine weitere Flieger-Actionszene einzubauen.

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