Das Grauen aus der Tiefe


Originaltitel:
Humanoids from the Deep
Alternativtitel:
Monster
Jahr:
1980
Eingetragen:
08.10.2012
Bearbeitet:
05.07.2015
IMDB-Wertung:
5,7/10

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Doug McClure fühlt sich sichtlich unwohl in seiner Haut
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Ein ganz normaler Tag am Strand
Doug McClures Karriere als kantiger Abenteuer- und Actionheld währte nur kurz. War er in den 70er Jahren immerhin noch in zugegebenermaßen naiven und günstig produzierten, aber auch mit einer gewissen Ernsthaftigkeit gemachten Filmen, die immerhin in kleinen Zirkeln zu Klassikern wurden, gefragt gewesen, sah es 1980 wohl schon düster aus. Sein tatsächliches Alter (er hatte im vorigen Jahrzehnt eigentlich immer deutlich jüngere Männer gespielt) machte sich wohl langsam bemerkbar. Gleichzeitig änderte sich das Genre des fantastischen Films auch gerade sehr grundlegend und kaum einer der alten Haudegen schaffte den Übergang – obwohl es die meisten versuchten.

So findet sich McClure unversehens in einen pseudoironischen Monsterfilm wieder, der primär auf Splattereffekte und nackte Frauen setzt. Er spielt den Oberprovinzler Jim Hill, über dessen Fischerdorf eine Horde hybrider Fisch-/Menschen-Mutanten herfällt. Das läuft nach dem nur zu bekannten Schema ab: Zuerst werden ein paar Haustiere zerfleischt aufgefunden und man fragt sich, was das wohl ausgelöst haben könnte. Dann machen sich die Monster über die jungen, gutaussehenden Frauen des Dorfes her, die sich praktischerweise bevorzugt am Strand zum Stelldichein mit ihren Freunden treffen. Die jungen Burschen werden ermordet, die Frauen zwecks Fortpflanzung vergewaltigt. Hinter den Mutationen könnten die Aktivitäten eines zweifelhaften Industrieunternehmens stecken, für das auch die Chemikerin Dr. Susan Drake (Ann Turkel) arbeitet.

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Moment… damit hat der ein Mädchen rumgekriegt?
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Sex hat sie allerdings trotzdem mit einem Anderen
Das mag für Fans von 80er-Jahre-Trash durchaus akzeptabel sein: Besonderen Wert wird grundsätzlich darauf gelegt, dass panische junge Frauen ewig lange verfolgt werden, dabei logischerweise immer ein Kleidungsstück nach dem anderen verlieren, bis sie schließlich kreischend von einem Typen im Gummi-Glibberanzug endgültig überwältigt werden (immerhin „safe sex“). Und als dann der Vorwand des am Strand campenden Liebespaares nicht zum dritten Mal verwendet werden sollte, verlegte man einfach einen Jahrmarkt inklusive Besuch einer Miss-Irgendwas an die Handlungsstätte.

Soll heißen: Die Versatzstücke sind nicht nur höchst vorhersehbar und ausgelutscht, sondern auch schamlos in ihrer Intention offensichtlich. Und das schöne an Filmen, wie beispielsweise die McClures, die es vorher im Monstergenre gegeben hatte, war doch eigentlich immer gewesen, dass sie einen gewissen Anspruch an sich selbst hatten. Vielfach waren die Resultate natürlich eher unfreiwillig komisch, doch eine solche unfreiwillige Komik hatte vielfach auch ihren Charme. Das Grauen aus der Tiefe ist dagegen einfach nur platt und auf den äußeren Effekt ausgelegt. Was, wie gesagt, seine eigene Zielgruppe hat, nur ist das nicht so sehr diejenige, die sich sonstige McClure-Filme anguckt: Hier wird keine Phantasie mehr angeregt, wie es früher noch versucht wurde, sondern nur noch eine ganz spezielle Phantasie bedient.

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