Genesis II


Originaltitel:
Genesis II
Jahr:
1973
Eingetragen:
12.10.2012
IMDB-Wertung:
5,9/10

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Auf zum Selbstversuch!
Militärische Experimente bezüglich Kälteschlaf zeigen Erfolge: Bei Tieren führen zehn Jahre Schlaf nur zu einem einzigen Jahr Alterung. Dylan Hunt (Alex Cord) wagt einen Selbstversuch… jedoch stürzt unerwartet die Höhle ein. Alle Beteiligten des geheimen Experiments kommen um, außer Dylan, der in seiner Druckkammer überlebt.

Viel, viel später, im Jahr 2133 wird er schließlich entdeckt und augeweckt. Die Welt hat sich mittlerweile grundlegend verändert. Die „Pax“, wie sich seine menschlichen Entdecker nennen, haben eine friedliche Gesellschaft aufgebaut, nachdem der Atomkrieg vor langer Zeit nur knapp abgewendet werden konnte. Jedoch ist gleichfalls eine Menge Wissen über Technologie verloren gegangen. So sind zahlreiche ehemalige Industriebetriebe einfach verfallen; elektrischen Strom gibt es aufgrund der brachliegenden Kraftwerke ebenfalls nicht mehr.

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Die Gesellschaft der Tyranier ist römisch-dekadent
Generell machen die Paxianer mit ihren starren Wertvorstellungen auf Dylan einen unsympathischen, engstirnigen Eindruck. Da trifft es sich gut, dass er Lyra-a (Mariette Hartley) über den Weg läuft. Sie ist eine Spionin aus Tyrania, der, wie sie es ausdrückt, „freiesten Stadt der Welt“. Dylan verlässt mit ihr die Stadt und er bewundert auf der Reise die zurückgewonnene Schönheit wilder Natur.

Doch in Tyrania angekommen, zeigen die dortigen Bewohner ihr wahres Gesicht: Die Tyranier sind Mutanten, die die „normalen“ Menschen als Sklaven halten. Sie planen einen Angriff auf die Paxianer. Zur Vorbereitung soll Dylan ihnen jedoch ihr Kernkraftwerk wieder in Gang setzen…

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Dahinter steckt natürlich böse Unterdrückung
Das ist ja schon fast revolutionär, dass ein Zeitreisender in der Zukunft eben nicht sofort die neue gesellschaftliche Situation durchschaut und seine eigenen, zweifellos (eingebildet) überlegenen Werte anwendet. Auch wenn er sich bis zum Ende nicht mit der paxianischen Sicht der Dinge auf einen Nenner kommt, sind diese ihm doch, wie er erst zu spät feststellt, viel näher als ihre Konkurrenten.

So wird Genesis II ansatzweise zu einem Lehrstück über die Relativität moralischer Vorstellungen, die wir zu gerne als absolut und zeitlos ansehen. Noch viel wirkungsvoller wäre es jedoch gewesen, das kitschige Happy End wegzulassen: Wie sich herausstellt, hat Dylan in seiner abschließenden (aus Kostengründen nicht gezeigten) Kommandoaktion die höchsten Grundsätze der paxianischen Gesellschaft verletzt. Doch anstatt ihn dafür mit Ausschluss zu bestrafen, bekommt er noch eine Frau zugeschustert? Wo ist da bitte die Konsequenz?

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