And Soon the Darkness - Tödliche Ferien


Originaltitel:
And Soon the Darkness
Jahr:
1970
Eingetragen:
01.11.2012
IMDB-Wertung:
6,6/10

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Wenig verheißungsvoller Fund
Manchmal geht es wirklich so einfach, eine spannende Geschichte zu erzählen: Jane (Pamela Franklin) und Cathy (Michele Dotrice), zwei junge Britinnen, machen eine Fahrradtour durch Frankreich. Cathy ist die Sache etwas langweilig – keine Parties, keine Clubs, keine großen Städte. Jane will dagegen möglichst viel Natur sehen und entsprechend schnell vorwärts kommen. Als Cathy endlich etwas erspäht, was sie interessiert (einen attraktiven Franzosen (Sandor Elès)), kommt es zum Streit mit Jane und die beiden trennen sich zeitweilig. Jane wartet im nächsten Dorf, doch Cathy taucht nicht auf. Ihre Freundin ist und bleibt verschwunden.

Jane befindet sich also in einer klassischen Situation: Allein in der Fremde, ohne ernsthafte Mobilität, mit nur rudimentären Sprachkenntnissen und in Sorge um ihre Freundin, die prinzipiell nicht besser ausgestattet ist. Mit dem jungen Mann, der bald wieder auftaucht und seine Hilfe anbietet, ist ein Verdächtiger, dem man durchaus ein Gewaltverbrechen zutrauen würde, ausgemacht. Er behauptet zwar, zur Polizei zu gehören, aber der uniformierte Dorfpolizist (John Nettleton) weiß von diesem angeblichen Kollegen nichts. Eigentlich verhalten sich die meisten Personen entweder ablehnend oder zu aufdringlich gegenüber Jane.

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Vertrauen oder nicht?
Es ist die Hilflosigkeit, die Janes Schicksal zu so einem typischen Albtraum macht. Sie misstraut dem jungen Mann, hat jedoch gleichzeitig keine Wahl, als sein eventuell nicht völlig altruistisches Hilfsangebot anzunehmen. Und als sie ihn schließlich gegenüber der Polizei beschuldigen möchte, hat sie außer hysterisch vorgetragenen, aber nicht belegbaren Verdächtigungen nichts zu bieten. Negativ interpretiert könnte man von Paranoia, von Angst vor dem Fremden sprechen, die hier geschührt wird. Doch auf emotionaler Ebene nachvollziehbar ist es trotzdem allemal.

Pamela Franklin gelang hiermit der Sprung von der Kinderdarstellerin in Erwachsenenrollen. Die Auswahl dieser Rolle sollte nicht nur ihre weitere Laufbahn als „Scream Queen“ der 70er Jahre bestimmen, sondern war wohl auch intelligent: Die Rolle der unschuldig Verfolgten überfordert sie nicht; sie muss hauptsächlich jung, naiv und hilflos aussehen, während suspekte Fieslinge um sie herum sie düster anstarren. Wenn man seine eigenen Grenzen kennt, kann das auch immerhin zu einer bescheidenen Karriere führen.

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