Nadja


Originaltitel:
Nadja
Jahr:
1994
Eingetragen:
03.11.2012
IMDB-Wertung:
6,0/10

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Mut zur Hässligkeit kann man Fonda nicht absprechen
Die Probleme der modernen Gesellschaft machen auch vor Vampirclans nicht halt. Als der Übervater der Familie (in Bildern: Bela Lugosi) von Vampirjäger Van Helsing (Peter Fonda) erwischt wird, kommen seine in die Winde verstreuten Kinder erstmals seit langer Zeit in New York zusammen. Viel zu sagen haben sie sich untereinander nicht; sie leben sehr verschiedene Leben, gehen mit ihrer Unsterblichkeit und dem Fluch ihrer notwendigen Ernährung sehr verschieden um. Nadjas (Elina Löwensohn) verzweifelte Versuche nach einem besseren Leben führen schließlich zur Katastrophe.

Manchmal kann man auch zu bemüht „künstlerisch“ sein; Beweismaterial liegt mit diesem Film vor. Schwarzweiß reicht da „natürlich“ nicht, es müssen auch noch komische pixelige Unschärfefilter, Negativbelichtung und dauernde extreme Nahaufnahmen sein. Und ein Großteil der Laufzeit wird mit einem Schweigen verbracht, das wohl nur zu gerne als Anspruch interpretiert werden würde. Kann man ja alles machen, aber: Es muss dann auch etwas bedeuten. Und diesbezüglich sieht es bei Nadja leider dünn aus.

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Nadja leidet; dem Zuschauer ist das egal
Dabei sind einige klassische Motive durchaus vorhanden: Die Reinterpretation Renfields (Karl Geary) als zu Nadja in masochistischer Abhängigkeit stehender Sklave, ihr eigenes, durch Jahrhunderte der Einsamkeit ausgelöste Verlangen nach wahrer Liebe und Zweisamkeit, das sie Lucy (Galaxy Craze) nachstellen lässt und schließlich sogar ein paar atmosphärisch gelungene Aufnahmen, als es die Handlung am Ende ins alte Europa führt.

Doch nichts davon rettet den Film letztendlich vor der Bedeutungslosigkeit. Inhaltlich hat er den bekannten Vampirmythen nichts hinzuzufügen, er hat auch keine allzu hintergründigen Kommentare zum Genre zu bieten und inszenatorisch sprechen wir hier größtenteils von statischen und einfallslosen Kameraeinstellungen, die redende Menschen im starren Fokus haben. Das ist nicht anspruchsvoll, sondern größtenteils einfach langweilig.

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