Die Seewölfe kommen


Originaltitel:
The Sea Wolves
Jahr:
1980
Eingetragen:
25.11.2012
IMDB-Wertung:
6,3/10

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Unfaires Spiel hinter neutralen Grenzen
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007 im Einsatz
Meta-Alarm: Im 2. Weltkrieg wird eine Gruppe Veteranen längst vergangener bewaffneter Konflikte reaktiviert; gespielt werden diese alten Haudegen von… gestandenen Schauspielern, die deutlich am Ende ihrer Karriere standen oder sogar eigentlich bereits überschritten hatten. Genau die Begeisterung für die Sache, die ihren Rollen zugesprochen wird, ist auch bei den Darstellern (u.A. David Niven, Trevor Howard, Patrick Macnee, Allan Cuthbertson und Kenneth Griffith) zu spühren: Sie wollen es nochmal wissen!

Eingebettet wird die Rentnerparade in eine Spionagegeschichte: Böse Nazis missbrauchen die Kolonie des neutralen Portugal in Indien, um von dort aus geheime Nachrichten über alliierte Transportverbände an herumkreuzende U-Boote übermittelt. Zwei Offiziere (Gregory Peck und Roger Moore) haben dort zwar einen bekannten deutschen Agenten (Wolf Kahler) ausgeschaltet, jedoch ohne die Zelle komplett auszuheben. Eine gezielte Sabotageaktion aktiver Militärs auf neutralem Staatsgebiet wird als zu riskant gesehen. So wendet man sich stattdessen an die erwähnte patriotische, aber nicht mehr sonderlich fitte Rentnertruppe, die sowohl für Ablenkung, als auch eigenhändige Durchführung sorgen soll.

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Patriotische Rekrutierungsaktion im Altherrenclub
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Die Arbeitszeit im gemütlichen Büro wird zum Training genutzt
Die Inszenierung der Szenen rund um diese Schauspielveteranen gelingt hervorragend. Von der erst vorsichtig humoristischen Darstellung (beispielsweise ihre Versuche, sich wieder in Form zu bringen) wird es fließend ernster, was schließlich in der Ermordung eines Gruppenmitglieds gipfelt. Spätestens dann weiß man: Ob jung oder alt; die Nazi-Agenten fackeln ebensowenig wie vorher die Briten. Einen solchen Stimmungswechsel erfolgreich zu vermitteln, ist alles andere als einfach; desto beeindruckender, wie nahtlos er hier gelingt.

Schwächer und vor Allem unnötig dagegen Moores Einsatz als „James Bond“: Seine Szenen haben kaum Bezug zur sonstigen Handlung, selbst ein eigenes Ende ist seinem Handlungsstrang beschehrt. Dass er sich in Spielcasinos herumtreibt, dort gleich mal eine Frau abschleppt (Barbara Kellerman) usw. ist ein allzu durchschaubarer Versuch, von dem damals ja noch aktiven Agentendarsteller zu profitieren.

Überhaupt ist die Besetzung Moores und Pecks beinahe absurd. Beide gehören fast zur gleichen Generation wie die Rentnergruppe, d.h. sie sind eigentlich beide zu alt für ihre Rollen. Einen viel besseren Effekt hätte man erreicht, wären diese beiden Rollen mit unbekannten Jungdarstellern besetzt gewesen, um den Generationsunterschied sofort deutlicher zu machen. In solcher Zusammenstellung hätte man dann auch den vermeintlichen „Stars“ keinen unnötigen Raum einräumen müssen, sondern hätte sich ganz auf die Veteranen zahlloser Kriegsfilme konzentrieren können. Doch dazu fehlte kommerziell-verwertungstechnisch dann wohl doch der Mut.

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