Hysteria

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Originaltitel:
Hysteria
Jahr:
1965
Eingetragen:
26.12.2012
IMDB-Wertung:
6/10

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Ob dieser kompetente Mann die Dame ausfindig machen kann?
Neben ihren ertragreichen Horrorfilmen hatten die britischen Hammer-Studios durchaus auch noch andere Standbeine. So produzierten sie in den 60ern und 70ern eine Reihe Freud'scher bis Hitchcock'scher Thriller, bei denen weit weniger Produktionsaufwand getrieben wurde. Eigentlich folgten sie alle der gleichen Formel: Seltsame Geschehnisse lassen die Protagonistin an ihrem Verstand zweifeln. Um sie herum wollen ihr alle einreden, sie sei wahnsinnig und brauche Hilfe. Doch meist stellt es sich schließlich, zumindest hauptsächlich, als Verschwörung heraus, mit der diese Person aus Gründen der Habgier (unliebsame, reiche Familienmitglieder oder Erben…) in den Wahnsinn getrieben werden soll.

So wird man in Hysteria als Stammzuschauer erstmal aus seinem Wohlfühlbereich gerissen, als sich der Protagonist als Mann herausstellt: Chris Smith (Robert Webber) hat bei einem schweren Autounfall vor vier Monaten sein Gedächtnis verloren. Seine bisherige eingehende Behandlung in der Klinik Dr. Kellers (Anthony Newlands) hat ein anonymer Wohltäter finanziert. Zwar kann sich Chris immer noch an nichts erinnern, aber Keller hält ihn für ausreichend geistig stabilisiert, wieder ein normales Leben führen zu können.

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Das gesamte Gebäude scheint unbewohnt, trotzdem hört Chris immer wieder einen Mann und eine Frau streiten
Das beginnt Chris in einer ihm ebenfalls anonym zur Verfügung gestellten, luxuriösen Wohnung. Sehr mysteriös. Für den angeheuerten Privatdetektiv Hemmings (Maurice Denham) ist diese anonyme Person einer der Hauptschlüssel zu Chris' Vergangenheit; der einzige andere Anhaltspunkt ist das aus einer Zeitschrift ausgerissene Foto einer jungen Frau (Lelia Goldoni), das Chris zur Zeit des Unfalls dabei hatte. Die Identität jenes Fotomodells lässt sich zwar herausfinden, doch der Fotograf (Peter Woodthorpe) behauptet, sie sei vor sechs Monaten erstochen worden. Desto seltsamer, dass sie in den folgenden Tagen Chris (aber nur ihm, niemand anderes nimmt sie wahr) immer wieder über den Weg zu laufen scheint und schließlich sogar in seiner Wohnung auftaucht…

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Erwacht mit Blut an den Händen… kein gutes Zeichen
Neu ist auch diese Formel des Amnesiepatienten sicherlich nicht; Originalitätspreise kann Hysteria entsprechend nicht für sich in Anspruch nehmen. Doch das Puzzle ist spannend aufbereitet, wie üblich auf wenige, aber dafür interessante Personen zugespitzt und es gibt tatsächlich mal eine Schlusswendung, mit der man so nicht unbedingt gerechnet hätte.

Einzig etwas unschön ist die längliche Rückblende, wie es zu Chris' Unfall kam, die gezeigt wird, als er sich dank Kellers „Backtracking“-Methode schließlich doch erinnert: Hier wird allzu deutlich Zeit mit Dingen, die für die eigentliche Handlung schließlich keine Relevanz haben, geschunden. Denn so weit ist man schließlich doch nicht von der bekannten Hammer-Formel entfernt…

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