Butterfly - Der blonde Schmetterling


Originaltitel:
Butterfly
Jahr:
1982
Eingetragen:
30.12.2012
Bearbeitet:
02.01.2013
IMDB-Wertung:
4,7/10

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Damit ist eigentlich alles gesagt…
Normalerweise wird das Attribut „hochgeschlafen“ mit einer gewissen Ironie verwendet. Doch bei Pia Zadora ist es bitterer Ernst: Ende der 70er Jahre hatte sie einen alternden Millionär geheiratet, der ihr im Folgenden erst eine kurze Film-, dann eine ähnlich desaströse Gesangskarriere finanzierte. Butterfly sollte ihr zum großen Durchbruch verhelfen: Im Windschatten von dem erfolgreichen Remake Wenn der Postmann zweimal klingelt „spielt“ sie die eine junge Frau, die in einem Wüstenkaff ihren Vater (Stacy Keach) sucht und findet. Der verwaltet dort eine stillgelegte Silbermine. Das gemeinsame Leben gerät jedoch etwas außer Kontrolle und so kommen (zu Recht) Inzestvorwürfe auf, auch wenn der Vorwand vorgeschoben ist.

Es folgen zwei schier endlose Gerichtsverhandlung, für die Ehemann-Produzent Herrn Ich-Bin-Mir-Für-Nichts-Zu-Schade Orson Welles als lustloser Richter, der allzu deutlich kommuniziert, dass er einfach mal wieder Geld für Burger brauchte, engagiert hat (was heutzutage einen findigen DVD-Distributor veranlasste, Butterfly in einer „Orson Welles Collection“ unterzubringen – der Hohn an sich). Der Rest der Darsteller befindet sich, eben abgesehen von Zadora, auf solidem Fernsehniveau: Weder Keach, noch James Franciscus oder Stuart Whitman muss ihr Mitwirken aufgrund ihrer eigenen Leistung peinlich sein. Vielmehr hätten sie einfach bereits im Voraus erkennen müssen, was das für ein Machwerk werden wird.

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Stacy Keach fragt sich, wo er hier eigentlich reingeraten ist
Denn es ist, neben Zadora, das mehr als schwache Skript, das man nur ungläubig hinnehmen kann. Wenn Zadoras Figur beim Haus ihres Vaters, den sie nie kennengelernt hat, ankommt, und gleich eindeutige („zweideutig“ wäre viel zu hoch gegriffen; man kann nur hoffen, dass diese „Dialoge“ nicht viel mit James M. Cains Roman zu tun haben) Bemerkungen macht, dann hat das nicht nur die Subtilität eines Vorschlaghammers, es hintertreibt auch den Versuch, ernsthafte Tragik und bewegendes Drama zu erzeugen. Genauso platt aufgesetzt sind die Konflikte um Ehre, Moral und Habgier. Und zwischen all dem agiert eben – man kann es nicht oft genug betonen – Pia Zadora! Sie versucht tatsächlich, einen Akzent aufzusetzen, was einfach nur lächerlich ist, und all ihre weiteren Versuche, Emotionen auszudrücken, sind ebenfalls von ungesehener unfreiwilliger Komik. Wie es ausging, ist ja bekannt: Pias Ehemann kaufte die Golden-Globe-Jury (womit er weit weniger Souveränität zeigte als Welles' fiktiver Kane bezüglich dessen fiktiver Ehefrau und ihrer Opernstar-Ambitionen); völlig kostenlos gab es drei verdiente Goldene Himbeeren (Schlechteste Schauspielerin, Schlechteste Newcomerin, Schlechteste Newcomerin des Jahrzehnts) dazu.

P.S. Drei Jahre später wurde Zadoras erste Tochter geboren: Kady. Selbstironie?

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