Wenn der Postmann zweimal klingelt


Originaltitel:
The Postman Always Rings Twice
Jahr:
1981
Eingetragen:
30.12.2012
IMDB-Wertung:
6,6/10

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Nicht viel los an dieser Landstraße (zumindest draußen)
Heutzutage vergisst man leicht, dass Remakes in Hollywood nichts Neues sind. Vor dieser Version war James M. Cains Roman bereits mindestens dreimal verfilmt worden. Die bekannteste nannte sich in Deutschland Im Netz der Leidenschaften. Anfang der 80er führt man dann die heute auch für den Roman übliche, fatale Fehlübersetzung des Wortes Postman in „Postmann“ ein.

Wie bekannt geht es um die Dreierkonstellation des Herumtreibers Frank Chambers (Jack Nicholson) sowie dem Ehepaar Nick (John Colicos) und Cora Papadakis (gerade frisch aus dem King Kong-Remake eingeflogen: Jessica Lange). Letztere stellen Frank als Aushilfe an ihrer Tankstelle/Restaurant ein. Cora, von ihrem deutlich älteren Ehemann gelangweilt und geplagt von dem Gefühl, von ihm in der Provinz eingesperrt zu sein, beginnt eine heftige Affäre mit dem Neuankömmling. Als in den beiden der Plan gedeiht, Nick um die Ecke zu bringen, um so endlich füreinander frei zu sein, brauchen sie jedoch nicht nur zwei Anläufe – Polizei, Staatsanwaltschaft und die Versicherung, die Nicks Lebensversicherugspolice abgeschlossen hat sind unverhofft ziemlich auf Draht und erheben Mordanklage. Der Winkeladvokat Katz (Michael Lerner) haut die beiden trotz eines Doppelgeständnisses raus, doch ihre Beziehung bleibt schwierig; nach einigen Höhen und Tiefen holt sie das Schicksal schließlich doch ein.

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Drinnen schätzt Frank schonmal optisch die Stabilität des Küchentisches ab
Dem 40er-Jahre-Klassiker hat der Film außer ein paar Äußerlichkeiten (d.h. recht explizite Sexszenen) wenig hinzuzufügen. Etwas mehr wird der Kriminalfall zugunsten des persönlichen Dramas zurückgestellt. Noch mehr werden entsprechend aus Frank und Cora sympathische Verlierer, die in ihrer gemeinsamen (und peinlichst ausbalancierten) Schuld gefangen sind. Doch viel mehr als solcher Äußerlichkeiten hat der Film trotz guter Darsteller und makelloser Ausstattung nicht zu bieten.

Was natürlich trotzdem nicht so schlimm ist. Wenn es immerhin gute Stoffe sind, die regelmäßig neu aufgelegt werden, und zumindest solide neu interpretiert werden, sowie das auch nur alle 35 Jahre geschieht, beschwert man sich ja gar nicht. Richtig nervig wird es erst, wenn wie aktuell Filme im gefühlten Zweijahresrhythmus immer wieder auftauchen oder „Franchises“ „rebootet“ werden…

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