Nackt über Leichen


Originaltitel:
Una sull'altra
Alternativtitel:
historia perversa, Una
Jahr:
1969
Eingetragen:
31.12.2012
IMDB-Wertung:
6,8/10

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Die Trauer hält sich in Grenzen
Susan (Marisa Mell), die schwer asthmakranke Ehefrau des Klinikbesitzers George (Jean Sorel) stirbt. Ohne dass er davon wusste, hatte sie eine hochdotierte Lebensversicherung zu seinen Gunsten abgeschlossen. Das kommt George gelegen, denn seine gemeinsam mit seinem Bruder (Alberto de Mendoza) betriebene Klinik ist in finanziellen Schwierigkeiten. Gleichzeitig hält sich die Trauer in Grenzen, denn die beiden verband nur noch gegenseitiger Hass.

Doch damit der Überraschung nicht genug: Einem anonymen Tipp folgend zieht es George und seine Geliebte Jane (Elsa Martinelli) in einen Stripclub. Dort arbeitet eine gewisse Monica Weston (ebenfalls Marisa Mell), die Susan bis auf die Haar- und Augenfarbe wie aus dem Gesicht geschnitten ist. George glaubt seinen Augen nicht trauen zu können, nimmt aus rein akademischen Vergleichsstudien die von Monica angebotenen Prostitutionsdienste in Anspruch.

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Doch was ist das?
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Das genaue Abbild Susans!
Doch langsam kommt das Ganze auch der Polizei Spanisch vor: Zu sehr häufen sich die Indizien, es könne sich um Versicherungsbetrug handeln. Selbst ein Schriftvergleich Susans und Monicas weist ungewöhnliche Übereinstimmungen auf. Doch Susans Leiche liegt nach wie vor unzweifelhaft in ihrem Grab. Bei der Exhumierung stellt sich jedoch heraus, dass Susan vergiftet worden ist. Ihr verabreicht haben kann das eigentlich nur die neue Pflegerin (Malisa Longo), die nach der Tat spurlos verschwand. Doch wer stiftete sie dazu an? Ausgerechnet Monica macht eine überraschende Aussage…

Das bewährte Doppelgängermotiv muss mal wieder für einen Krimi herhalten und ob man's glaubt oder nicht – sogar Jean Sorel schwingt sich zu akzeptablen darstellerischen Leistungen auf. Trotz unterhaltsamer Umsetzung muss man jedoch auch mit einer oder zwei kleineren Schwächen leben. Doppelgänger kann man als Zuschauer nur dann erkennen, wenn man das „Original“ auch ausreichend kennengelernt hat; Susan hat einfach zu wenig optische Präsenz in den Anfangsszenen. Ebenso ist Georges Besessenheit mit Monica nur schwer nachvollziehbar angesichts der sehr negativen Beziehung zu seiner Frau. Nicht zu vergessen ist die Auflösung dermaßen kompliziert, dass die Glaubwürdigkeit flöten geht.

So bleibt dem Film mit dem unaussprechlich dümmlichen Titel der Aufstieg in wirklich hohe Qualitätssphären verwehrt. Genug gute Momente, wie das zumindest im Bezug auf die Hälfte der handelnden Personen rabenschwarze Ende, gibt es trotzdem.

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