Das 3. Auge


Originaltitel:
Il terzo occhio
Alternativtitel:
Das dritte Auge
Jahr:
1966
Eingetragen:
02.01.2013
IMDB-Wertung:
6,3/10

Franco Nero ist nicht Anthony Perkins. Was wohl die Haupterkenntnis von Das 3. Auge ist. Was ist das dritte Auge? Gute Frage, denn diese Erkenntnis erschließt sich einem, trotz einer sehr wirren Rede der Hauptperson, in der dieser Ausdruck auftaucht, leider nicht.

Nero spielt Mino, ein unter der Fuchtel seiner Mutter (Olga Solbelli) stehendes, adliges Weichei mit einer Vorliebe für das Ausstopfen von Tieren. Er plant, Laura (Erika Blanc) zu heiraten. Mutter gefällt das gar nicht, hieße das doch den Auszug des Sohnes aus dem bisher gemeinsamen Schlafzimmer in einen anderen Flügel der Villa. Doch noch saurer als sie ist Dienstmädchen Marta (Gioia Pascal), die sich insgeheim selbst Hoffnungen auf den hierarchischen Aufstieg innerhalb des Hauses gemacht hatte. So arrangiert sie den Tod beider anderer Frauen, die ihr im Wege stehen.

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Damit wäre die Charakterisierung abgeschlossen
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Wer kennt dieses zweite Mordopfer? Sachdienliche Hinweise bitte an jede Polizeidienststelle oder eines unserer Aufnahmestudios.

Was Minos ohnehin labiler Psyche logischerweise nicht gut bekommt. Fortan frequentiert er Stripclubs und den Straßenstrich auf der Suche nach Frauen (eine davon Marina Morgan, die andere anonym), die er mit nach Hause nimmt und im Bett erdrosselt. Es sei für ihn ein Zwang… bla bla bla… drittes Auge… bla bla bla. Es scheint nicht nur an der schlechten Übersetzung zu liegen. Erklärende Interpretationen willkommen. Marta hilft bei der Beseitigung der Leichen und hat Mino damit in der Hand – er willigt in die Heirat ein. Doch gerade, als sich Marta damit am Ziel ihrer materialistischen Träume angekommen sieht, erscheint Daniela (gespielt ebenfalls von Erika Blanc) auf der Bühne. Sie ist Lauras Schwester, sieht ihr verdammt ähnlich und Mino knallt endgültig durch: In seiner Fantasiewelt leben seine Mutter und Laura wieder, dafür wollen so ziemlich alle tatsächlich Lebenden die jeweils anderen umbringen!

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Oha, halbtransparentes Auge montiert vor bereits gesehene Szenen – das muss Wahnsinn bedeuten!
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Eine zweite Laura? Die kommt zu der ersten!

Bei einem solchen Kammerspiel, das wirklich in kaum mehr als zwei oder drei Räumen stattfindet, und das sich nach der anfänglichen Viererkonstellation sehr schnell auf ein Duo verengt, hängt alles von den Darstellern ab. Und Nero ist eben nicht Perkins. Seine Vorstellung davon, psychisch labil, irr oder durchgedreht zu spielen, besteht einzig und allein darin, permanent die Augen möglichst weit aufzureißen und in ausgewählten Szenen die Kopf in den Nacken zu werfen, die Augen ungesund weit nach oben zu ziehen und aus voller Kehle „Nein“ zu schreien. Aber na ja… für eine gute Stunde geht's, man hat schon schlimmere Psycho-Imitationen gesehen.

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