Blutspur im Park

Poster
Originaltitel:
Una farfalla con le ali insanguinate
Alternativtitel:
The Bloodstained Butterfly, Das Messer
Jahr:
1971
Eingetragen:
05.02.2013
Bearbeitet:
10.02.2013
IMDB-Wertung:
6,3/10
TMDB-Wertung:
5,9/10


Hannes schreibt:

Da werden im Vorspann diverse Personen wie in einem Kammerspiel vorgestellt, und dann… tauchen die meisten davon erstmal überhaupt nicht entscheidend auf! Klares Zeichen dafür, dass hier mehr abläuft, als dem Zuschauer explizit gezeigt wird.

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Verdächtiger hinter Gittern
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Explizit sieht man den Mord an der 17-jährigen Françoise Pigaut (Carole André), wahrscheinlich in Folge einer versuchten, aber gescheiterten Vergewaltigung. Zeugenaussagen führen zur Verhaftung des Schauspielers Alessandro Marchi (Giancarlo Sbragia), mit dessen gleichaltriger Tochter Sarah (Wendy D'Olive) das Opfer eng befreundet war. Marchis Verteidiger Giulio Cordaro (Günther Stoll) versucht die Indizien und Zeugen zu diskreditieren sowie ein Alibi zu konstruieren, doch es reicht nicht: Der Staatsanwalt hat die besseren Argumente und Marchi wird verurteilt.

Langsam fängt die Fassade zumindest den Zuschauern gegenüber jedoch zu bröckeln: Diese erfahren, dass Cardaro und Marchis Ehefrau (Ida Galli) durchaus ein persönliches Interesse an der Verurteilung hatten. Als zwei weitere Morde nach gleichem Muster und an gleicher Stelle im Park passieren, wird der Fall zu ihrem Ärger wieder aufgenommen und Marchi kommt frei. Für die Zuschauer ist mittlerweile Cardaro selbst zum Hauptverdächtigen geworden. Doch andererseits gibt es auch noch die Figur Giorgios (Helmut Berger), Sohn aus „gutem Hause“, der in lockerer Verbindung mit Sarah steht und ansonsten viel mit seinem Leben zu hadern scheint. Man hat den Verdacht, dass es nicht nur an der allgemeinen Langeweile des sorglosen Lebens liegen kann, denn sonst wären er und seine Familie anfangs nicht so prominent vorgestellt worden (Tschechow lässt grüßen).

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Showdown
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Durch all die Erzählschichten nimmt Blutspur im Park weniger die Form eines Krimis, als vielmehr eines Dramas an. Ein Drama, bei dem alle Beteiligten (außer vielleicht den wenig charakterisierten Mordopfern) am Ende schlecht wegkommen. Teilweise ist das recht holzschnittartig geraten: Alle Männer mittleren Alters müssen anscheinend beispielsweise wie selbstverständlich hinter jungen Mädchen hergeifern. In anderen Fällen sympatisiert man jedoch trotzdem emotional.

„Emotional“ ist überhaupt das Stichwort in zentralen Szenen wie der Rückkehr Marchis nach Hause und dem anschließenden Abendessen im Kreis seiner Familie und mit seinem „Freund“ Cordaro: Unausgesprochen liegt mehr als simple Antipathien im Raum, unangenehm berührte Blicke gehen begleitet von eisigem Schweigen hin und her. Und das Ende schafft es dann sogar zur Abwechslung mal, alle Handlungsstränge wirklich immanent logisch zu verknüpfen und zum runden Abschluss zu bringen. All das natürlich, wie der gesamte Film, äußerst stimmungsvoll musikalisch untermalt. Gut gelungen!

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