Sieben Jungfrauen für den Teufel

Poster
Originaltitel:
Nude… si muore
Alternativtitel:
The Miniskirt Murders, The Young, the Evil and the Savage
Jahr:
1968
Eingetragen:
07.02.2013
Bearbeitet:
30.03.2013
IMDB-Wertung:
5,9/10
TMDB-Wertung:
5,4/10


Hannes schreibt:

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Fünf Jungfrauen und eine lesbische Lehrerin
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Der Gärtner hängt bevorzug in den Ästen vor dem Badezimmerfenster herum
Wer ist eigentlich die siebte Jungfrau? In diesem Internat für Mädchen aus Familien internationaler Prominenz sind in den Ferien nur sechs Schülerinnen (Eleonora Brown, Sally Smith, Silvia Dionisio, Lorenza Guerrieri, Malisa Longo und Caterina Trentini) anwesend, bezüglich denen allerdings immerhin tatsächlich mehrfach ihre Jungfräulichkeit zum Thema gemacht wird. Autor Mario Bava und Regisseur Antonio Margheriti hielten wohl (mit einem gewissen zeitbedingten Recht) das Setting eines Mädcheninternats per se für interessant, bei dem man sich keine allzu große weitere Mühe geben müsste, per Handlung Spannung zu erzeugen.

Denn jene Handlung hätte simpler kaum ausfallen können: Ein Mörder geht um, ein Mädchen nach dem anderen fällt ihm zum Opfer und langsam kristallisiert sich heraus, dass alle Anschläge wohl eigentlich einem bestimmten, Lucille, die kurz vor der Volljährigkeit steht, gelten. Die Direktorin (Vivian Stapleton), der Lehrkörper (Ludmila Lvova, Ester Masing, Mark Damon, Aldo De Carellis und Giovanni Di Benedetto) und insbesondere der spannende Gärtner (Luciano Pigozzi) bieten immer wieder unterschiedlich ausgeprägte Verdachtsmomente für die Polizei (Michael Rennie und Franco De Rosa).

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Auch ansonsten ist er nicht unverdächtig
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Froschmannattacke
Am Ende wird dann jedoch nur das bestätigt, was die Zuschauer sich schon die ganze Zeit gedacht haben: Täter/in ist natürlich die Person, die schon die ganze Zeit verkleidet aussah und klang! Charakterisierungen sind auch sonst Mangelware; die meisten Personen werden rein auf ihr Typencliché festgelegt, vier der sechs Schülerinnen sind komplett austauschbar, im Fall Lucilles werden aufgrund ihrer primären Opferfunktion die Beziehungen zu den anderen Personen etwas mehr ausgearbeitet und Jill soll als neugierige Hobbydetektivin sowohl als Avatar der Zuschauer dienen, als auch für humoristische Auflockerung sorgen.

Insbesondere durch letzteres unterscheidet sich der Film dann auch stilistisch deutlich von dem, was man heutzutage (d.h. im Rückblick) mit dem zu der Zeit aufkommenden „Giallo“-Genre verbindet: Die Morde werden relativ kurz und schmerzlos abgehandelt, man schwelgt niemals im blutgetränkten Bilderrausch. Trotzdem ist die Optik recht ästetisch geraten, die Szenengestaltung ist zwar nicht originell, aber gepflegt, und die Darsteller sind allesamt zwar nicht überragend, aber solide unterhaltsam. Kann man sich also wirklich gut angucken, da tatsächlich ganz amüsant. Allerdings muss man sich schon fragen, wie viel besser es hätte werden können, hätte Bava bei der Inszenierung selbst Hand angelegt.

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