Der Schrecken der Medusa


Originaltitel:
The Medusa Touch
Jahr:
1978
Eingetragen:
07.07.2010
Bearbeitet:
01.09.2012
IMDB-Wertung:
7/10

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„Der Schrei“ vermittelt gleich die passende Stimmung
Der Schriftsteller John Morlar (Richard Burton) sitzt vor dem Fernseher, als Jemand in seine Wohnung eindringt und dem sich nicht wehrenden Morlar den Kopf einschlägt. Austausch-Inspektor Brunel (Lino Ventura) kann von den Nachbarn nicht viel erfahren. Nicht viel besser läuft es bei Morlars Verleger (Derek Jacobi). Brunels Vorgesetzter (Harry Andrews) macht bereits Druck, da ergibt sich endlich eine ernstzunehmende Quelle: Morlars Psychiaterin Zonfeld (Lee Remick).

Morlar befand sich in ihrer Behandlung, weil er dachte, er könne mit Hilfe seiner Gedanken tödliche Katastrophen auslösen. So hätte er unter Anderem ein Feuer in seiner früheren Schule, den Unfalltod seiner Eltern und den Verkehrsunfall seiner Frau verursacht. Psychisch extrem belastete ihn dabei, dass seine eingebildeten Kräft anscheinend ausschließlich destruktiv seien. All das klingt zwar sehr wirr und unglaublich, aber immerhin eine ungewöhnliche Kraft scheint Morlar zu besitzen: Er hat wie durch ein Wunder den Mordversuch überlebt und liegt nun im Koma im Krankenhaus – zur permanenten Überraschung aller Ärzte.

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Morlars Aggressivität richtet sich primär gegen sich selbst
Der Schrecken der Medusa ist ein hervorragender Film. Die schauspielerischen Leistungen, allen voran Burton und Remick, sind hervorragend. Was Burton in seinen langen, an Zynismus kaum zu überbietenden Monologen mit seiner Stimme macht, ist hervorragend. Die Musik ist hervorragend, ebenso wie die Kamerafahrten und -perspektiven.

Bei all diesen Superlativen bemerkt man kaum, dass der Film sich mit teilweise mit Themen beschäftigt, die eher ins B-Fach gehören (Telekinese). Ebensowenig stört es, dass die meiste Zeit nur Menschen anderen Menschen etwas erzählen. Das geht so weit, dass Menschen anderen Menschen erzählen, wie und was wiederum Dritte ihnen erzählt haben.

Besonders bemerkenswert zuletzt noch, dass der Film auf sehr düstere Art und Weise endet. Geschickt werden immer wieder Hinweise darauf im Hintergrund des eigentlichen Handlungsverlaufs eingeflochten, die man beim ersten Ansehen allerdings kaum wahr- oder zumindest nicht als relevant ernstnimmt. So entdeckt man immer wieder neue Details. Einer der ganz wenigen Filme, die man sich immer und immer wieder anschauen kann, obwohl man ihn bereits in- und auswendig kennt.

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