Der gelbe Teppich


Originaltitel:
La casa del tappeto giallo
Alternativtitel:
The House of the Yellow Carpet
Jahr:
1983
Eingetragen:
24.02.2013
IMDB-Wertung:
6,2/10

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Die Kette hätte Franca besser nicht geöffnet
Franca (Béatrice Romand) und Antonio (Vittorio Mezzogiorno) wollen den für ihr Wohnzimmer viel zu großen, unpraktischen gelben Teppich, den Francas Stiefvater ihnen zur Hochzeit geschenkt haben, loswerden. Auf ihre Kleinanzeige in der Zeitung meldet sich prompt ein Interessent, der während Antonios Abwesenheit gleich zur Besichtigung der Ware vorbeikommt. Der ältere Mann (Erland Josephson) jagt Franca mit seinem seltsamen Gerede Angst ein. Zu Recht, wie sich herausstellt: Er sperrt sie in ihrer eigenen Wohnung ein, behauptet, er habe vor 15 Jahren auf diesem Teppich seine Frau ermordet und sei nun von Antonio angeheuert worden, Franca zu ermorden! Francas Qualen nehmen immer stärkere Formen an, bis sie schließlich die Gelegenheit beim Schopf ergreift: Das Messer liegt unbeaufsichtigt in Reichweite und kurz darauf liegt der Mann tot auf dem Teppich.

Als sie sich noch versucht darüber klar zu werden, was eigentlich gerade passiert ist, und was sie nun tun soll, klingelt es abermals an der Wohnungstür. Die Frau (Milena Vukotic) behauptet, auf der Suche nach ihrem Mann zu sein. Er sei ein ehemaliger Schauspieler, der seit einigen Jahren unter unerklärlichen „rollenspielerischen“ Episoden leidet, aber im Grunde harmlos sei. Er suche sich zufällig Adressen aus der Zeitung heraus und „improvisiere“ einfach. Franca bestreitet, dass er sie besucht habe und die Frau zieht wieder ab. Verausgabt bricht Franca beim nächsten Schock zusammen. Als sie Stunden später wieder erwacht, ist Antonio wieder bei ihr, der Teppich (inklusive der Leiche) weg und es finden sich überhaupt keine Spuren mehr von ihrer Tortur. Antonio hält alles für einen Alptraum, er habe den Teppich während sie schlief wie geplant verkauft.

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Es wäre ihr Einiges erspart geblieben
Doch natürlich ist weiterhin nichts wie es scheint. Oder eben doch genauso (so ähnlich?) wie es scheint / bereits ausgesprochen wurde. Die Szenen, in denen Franca die psychologische Folter des Fremden ertragen muss, sind gelungen: Das eigene Zuhause wird auf beklemmende Weise zur Falle, aus der es einfach keinen Ausweg zu geben scheint. Auch die Verwendung einiger Stilmittel, die im Rückblick sehr wohl einen Traum nahelegen könnten, macht einen guten Eindruck. In diesem Zusammenhang ist besonders die gute Leistung Josephsons hervorzuheben, der aber auch einige gute Szenen vom Drehbuch zugestanden bekommt (die Enthüllung des „Mysteriums“ um seinen gelähmten Arm beispielsweise).

Die folgende Phase der Unsicherheit, was nun eigentlich wirklich vorgefallen ist, währt dagegen zu kurz. Sehr schnell folgt ein für den Zuschauer erklärender Rückblick, der die (beinahe) wahren Hintergründe aufdeckt. Das geht dann leider in eine komödiantische Richtung. Gut, wenn man etwas dermaßen Absurdes einbauen möchte, ist es sicher die richtige Wahl, es selbst ironisch zu brechen, aber schöner wäre es gewesen, einfach im Spannungsgenre zu bleiben, das vorher ja bereits ausreichend gut ausgestaltet war, dass sogar ein Routineende genügt hätte für einen positiven Gesamteindruck. So ist es eher… albern. Da hilft auch die dritte „böse Schicksalswendung“ nichts mehr.

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