Star Knight – Herr der Sterne


Originaltitel:
El Caballero del Dragón
Jahr:
1985
Eingetragen:
11.03.2013
IMDB-Wertung:
4,1/10

StarKnight01.jpg
Der Bischof & Klever schmieden Pläne
Klaus Kinski“ war ein Name, den sich internationale Billigproduktionen gerne ganz oben auf die Plakate schrieben – selbst, wenn Herr K. meist nur eine nebengeordnete Rolle spielte und dafür dem Vernehmen nach auch bevorzugt nur minimalem Aufwand betrieb. So eben auch in Star Knight, in dem er als mittelalterlicher Hofarzt Boetius „die Wissenschaft“ in einer Zeit voller Aberglaube vertreten soll, in dem seine Rolle jedoch streng genommen völlig überflüssig ist. Sie hätte ersatzlos gestrichen werden können, denn die eigentlichen handlungsakzente setzen andere Figuren.

Der Film soll wohl in der Tradition der Ritter der Kokosnuss oder auch Jabberwockys stehen. Im Mittelpunkt steht die Liebesgeschichte zwischen Prinzessin Alba (Maria Lamor) und dem Außerirdischen IX (Miguel Bosé). Dessen Raumschiff „terrorisiert“ die Bevölkerung unabsichtlich als „Drache“. Bischof Lupo (Fernando Rey) und dem eifersüchtigen Steuereintreiber Klever (Harvey Keitel), der sich ebenfalls für Alba interessiert, ist das sogar ganz recht; so steigt der Unmut über den alternden Grafen (José Vivó), den sie zu entmachten gedenken.

StarKnight02.jpg
Konfrontation mit dem „Drachen“
Einige Ansätze, wie diese Farce hätte funktionieren können, gibt es; so beispielsweise Klevers Kampf mit dem „Drachen“, der (bestimmt bewusst) auf Don Quijote Bezug nimmt. Größtenteils beschränkt sich der „Humor“ jedoch auf die Existenz eines schwulen Waffenschmieds, blöde (dauernd wechselnde) Verkündungen, was die Untertanen für Kleidung zu tragen hätten und einen grünen Ritter, der eigentlich gerne zur „Ehre der Prinzessin“ eine Brücke bewachen möchte, aber im entscsheidenden Moment immer gerade anderweitig verhindert ist (Höhepunkt der „Komik“: Er pinkelt in die Büsche).

Wie im Einfallslosigkeitsgenre üblich wird dann viel Zeit mit gegenseitigen Entführungen oder scheinbaren Entführungen sowie anderem schließlich irrelevantem Hin und Her verbracht. Von einfallsreicher Kulissengestaltung kann ebenfalls keine Rede sein. Klar, der Film tut keinem weh, aber er hat andererseits auch wirklich keine positiven Seiten. Einfach völlig irrelevant!

Kommentare

Oliver Wilkening (01.07.2017 20:20)

Habe das Teil mal vor Jahren als Bestandteil einer 3er-Edition von Kinskifilmen bekommen und heute zum ersten Mal gesehen. Das ist schon Trash in Reinkultur. Von Ritter der Kokosnuss bis Unheimliche Begegnung der 3. Art (beim Auftauchen des Raumschiffs) wird alles verwurstet. Ist manchmal ganz amüsant, aber man fragt sich schon, was ein Keitel in so einem Film zu suchen hat. Mehr als 4 von 10 ist da nicht drin.

Hannes (02.07.2017 08:57)

Handelt es sich um die "Klaus Kinski Classic Edition" von EuroVideo? Dann war's ein tolles Geschenk, denn da ist mit dem Geheimnis des Lebens auch ein echter Knaller drin, in dem Kinski zwar auch nur drei Szenen hat, aber dadurch trotzdem eine relevante Rolle in einer relevanten Geschichte spielt.


Name:
Passwort (leer):
Botverifikation:
Bitte gib das Entstehungsjahr dieses Films ein!
Kommentar: