Moon


Originaltitel:
Moon
Jahr:
2009
Eingetragen:
21.03.2013
Bearbeitet:
25.03.2013
IMDB-Wertung:
7,9/10

Bombastisch, begeisternd, erstaunlich, fantastisch, verblüffend und vor allem nachdenklich – all das ist Moon, wenn man den einschlägigen Bewertungen glauben darf, angeblich. Damit ist ja wohl klar: Muss man gesehen haben!

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Die „Außenaufnahmen“ sind optisch immerhin gut gelungen
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Ein Roboter ersetzt nicht menschliche Nähe
Das durchaus gut gespielte Kammerspiel entpuppt sich als Ein-Personen-Stück in der Einsamkeit der dunklen Seite des Mondes. Hier ist Sam Bell (Sam Rockwell) dafür zuständig, für die Energieversorgung der Erde wichtige Rohstoffe abzubauen. Direkter Kontakt zur Erde ist nicht möglich, nur asynchron hin- und hergeschickte Nachrichten. Seine einzige Gesellschaft ist somit der Roboter GERTY (Kevin Spacey). Sams dreijähriger Schichteinsatz neigt sich dem Ende zu und er kann es kaum noch erwarten, endlich seine Frau (Doninique McElligott) und seine Tochter (Rosie Shaw), die er kaum kennt, wiederzusehen. Doch dann kommt es bei seinem letzten Abbaueinsatz zu einem Unfall und einer unglaublichen Entdeckung: Eine Rückkehr zur Erde war wohl nie vorgesehen; „Rückkehr“ ist ohnehin das falsche Wort, denn dieser Sam, ebenso wie sein bereits von GERTY aufgeweckter Nachfolger, ist ein Klon, der tatsächlich nur zu Arbeitszwecken existiert und von der Betreiberfirma der Mine als Wegwerfware angesehen wird.

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Bald können sich drei Sams gegenseitig Gesellschaft leisten
Anstatt also einen Film über die absolute Isolation und Einsamkeit der Hauptfigur sowie einsetzenden Lagerkoller zu machen, wird also ein dünnes Moralgeschichtchen auf dem Niveau der Schwarzenegger-Klopperei The 6th Day in den Mittelpunkt gestellt. Eine solche explizite Handlung muss sich mit tiefergründigeren Fragestellungen ja allerdings nicht ausschließen; Lems Roman Solaris ist da sicherlich das klassische Beispiel.

Doch hätte man dann eben mindestens eine mehrdeutige Hintertür offen lassen müssen: Dass der zweite Sam, und all die anderen seiner Sorte, die sich später finden, „echt“ sind, daran lässt der Film niemals einen Zweifel. Sie sind keine Produkte des fiebernden, vereinsamten Geistes des ersten Sam. Und das macht sie eben uninteressant, weil dadurch die menschliche Aussageebene (Umgang mit totaler Isolation) auf eine gesellschaftliche (wirtschaftlich motivierter Umgang mit Menschen) gehoben, oder eben niveautechnisch gesenkt, wird. Was nicht notwendigerweise bedeutet, dass Moon richtig schlecht ist – aber dem bisschen, was man daraus ziehen kann, fehlt wirklich jegliche Subversivität: Was hier gesellschaftsmoralisch vertreten wird, ist ohnehin völliger Konsens! Was soll eine Moralpredigt für das einmütig nickende Publikum? Wenn das heutzutage schon als „anspruchsvolle Avantgarde“ gilt, dann ist das eine recht traurige Aussage über den Zustand der weltweiten Filmindustrie, die immerhin einen signifikanten Teil des gesamten kulturellen Schaffens darstellt.

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