Unfall im Weltraum


Originaltitel:
Doppelgänger
Alternativtitel:
Journey to the Far Side of the Sun
Jahr:
1969
Eingetragen:
21.03.2013
IMDB-Wertung:
6,3/10

Der Serie Twilight Zone verdankt die Menschheit, zum ersten Mal so richtig klassische Science-Fiction, die über reine Abenteuergeschichten hinaus ging, auf die Bildschirme gebracht zu haben. Zahlreiche Episoden waren tatsächlich auch Verfilmungen entsprechender Kurzgeschichten, die meist primär von ihren unerwarteten „Twist“-Enden lebten. Das knapp halbstündige Fernsehformat erwies sich für solche Stoffe als ideal.

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Herbert Lom wird durchleuchtet – von Relevanz für die Handlung ist dieser Gastauftritt nicht
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Endlich geht's los!
Unfall im Weltraum versucht dagegen, einen ähnlich angelegten Stoff auf Spielfilmlänge zu dehnen. In dem Film geht es um eine internationale Expedition zu einem neuentdeckten Planeten unseres Sonnensystems, der sich genau auf der anderen Seite der Sonne befindet. Der erfahrene amerikanische Astronaut Glenn Ross (Roy Thinnes) und der britische Astrophysiker John Kane (Ian Hendry) machen sich nach diversen Intrigen und langen Vorbereitungen also auf den Weg. Doch dann stürzen sie mit ihrem Raumschiff scheinbar wieder auf die Erde zurück – Missionsleiter Jason Webb (Patrick Wymark) von der europäischen Luftfahrtbehörde EuroSEC ist überhaupt nicht begeistert! Doch dann entdeckt Ross Seltsames… mit dieser Erde stimmt etwas nicht.

Konkret, und soviel sei verraten: Sie sind tatsächlich auf dem Zwillingsplaneten angekommen, der ein beinahe perfektes Spiegelbild ihrer eigenen Erde darstellt. Alle Menschen tauchen genauso auch dort auf, man hatte ebenfalls eine Expedition zur „anderen Erde“ gestartet usw. Dies wird filmtechnisch ganz gut ausgereizt. Es wird viel mit Reflektionen gearbeitet, schon während sich der Protagonist noch in der langsam wachsenden Erkenntnisphase befindet, wird dadurch für die Zuschauer einiges vorausgedeutet.

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Mit dieser Flasche stimmt etwas nicht
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Die beiden hegen Sympathie füreinander; interessanter ist jedoch die Art, wie ihr Treffen abgebildet wird
Weniger erbaulich dagegen eben das viel zu ausführliche Vorgeplänkel, bis das Raumschiff überhaupt erst abhebt. Die ganzen Streitereien zwischen Webb, Kane und dem NASA-Vertreter (Ed Bishop) sind ebenso später von keinerlei Interesse mehr wie auch Ross' Eheprobleme (Lynn Loring) und der völlig im Nichts verpuffende angedeutete Handlungsstrang mit der „Sicherheitschefin“ (Loni von Friedl) der Raumfahrtbehörde. Von der immerhin den Film eröffnenden, aber ebenfalls später bezugslosen Spionageaktion Herbert Loms mal ganz abgesehen.

Die im Herzen des Films vorhandene Geschichte um den Zwillingsplaneten ist ja ganz unterhaltsam (wenn auch ohne ernsthaften Anspruch), aber sie füllt keinen Spielfilm. Das sahen wohl auch die Drehbuchautoren so und haben es deshalb gar nicht versucht, sie so sehr zu dehnen. Doch sie einfach als dritten Akt an völlig andere Dinge ranzuklatschen ist ehrlich auch keine viel bessere Lösung gewesen… Für Fans ist es sicherlich auch in dieser Form erträglich, aber im Rahmen einer Serie wie der Twilight Zone hätte es, reduziert aufs Wesentliche, fraglos besser funktioniert.

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