Die Waffe, die Stunde, das Motiv


Originaltitel:
L'arma, l'ora, il movente
Jahr:
1972
Eingetragen:
11.04.2013
IMDB-Wertung:
6,2/10

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Über „die Waffe“ besteht schonmal kein Zweifel
In konventionellen anglo-amerikanischen Kriminalgeschichten dreht sich häufig alles um „Means, Opportunity and Motive“, also die Mittel, die Gelegenheit und das Motiv zur Durchführung einer Straftat. Diese gilt es für den Ermittler zu ergründen, um den oder die Täter/in zu überführen. In leicht anderer Übersetzung aus dem italienischen bildet dies den wenig originellen Titel dieses Krimis.

Der oder die Täter/in für den Tod des katholischen Priesters Don Giorgio (Maurizio Bonuglia) soll darin identifiziert werden, der eines Morgens erstochen aufgefunden wird. Jener hatte, wie die Zuschauer gesehen haben, aber wovon die Polizei (Renzo Montagnani) noch nichts weiß, Affären mit gleich zwei Frauen: Orchidea (Bedy Moratti), Lehrerin in der Klosterschule, sowie Giulia (Eva Czemerys). Er hatte all das beenden wollen, was beide Damen für inakzeptabel hielten – womit sie schonmal verdächtig sind. Ebenso kommen natürlich die „gehörnte“ Ehemänner in Frage. Aber auch mit dem Hausmeister (Adolfo Belletti) hatte Don Giorgio Ärger. An Motiven mangelt es also nicht. Nonne Tarquinia (Claudia Gravy) bemüht sich, dem Inspektor kryptische Hinweise zukommen zu lassen, doch effektiv scheint einzig Waisenjunge Ferruccio (Arturo Trina) etwas Verwertbares zu wissen.

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Hä?
Na ja, da war man sich wohl der Zielgruppe nicht so ganz sicher. Anders ist es kaum zu erklären, dass der Film zwischen doch recht unterschiedlichen Stilrichtungen hin- und herspringt. Einerseits gibt man sich sehr konventionell, was die Krimihandlung und die zugehörige Ermittlung angeht. Andererseits soll das dann wohl mit völlig unmotivierten Selbstgeißelungsszenen des geistlichen Personals, wie man es sonst nur aus dem zur gleichen Zeit blühenden Nonnen-Exploitationgenre kennt, „aufgewertet“ werden.

Das ergibt handlungstechnisch wirklich überhaupt keinen Sinn, aber zugegeben: Die Krimihandlung für sich ist recht dröge geraten. Zu lange entwickelt sich exakt überhaupt nichts; stattdessen besteht der gesamte Mittelteil daraus, wie der Inspektor irrational mit einer der Verdächtigen anbandelt (was ebenfalls zu der einen oder anderen Sexszene an unerwarteten Orten führt). Dass dann doch noch alles aufgeklärt wird, ist eigentlich am Ende Formsache (immerhin: auf den Titel wird mit einem (schwachen) Kniff bezüglich „der Stunde“ nochmal Bezug genommen). Das Interesse der Zuschauer hat da jedoch bereits deutlich nachgelassen.

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