Stephen Kings Stark


Originaltitel:
The Dark Half
Jahr:
1993
Eingetragen:
17.04.2013
Bearbeitet:
03.10.2013
IMDB-Wertung:
6/10

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Mit solchem Schund…
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…soll jetzt Schluss sein.
Thad Beaumont (Timothy Hutton) ist ein seriöser Collegeprofessor und Schriftsteller anspruchsvoller Literatur mit geringer Leserschaft. Doch er hat ein Geheimnis: Unter dem Pseudonym „George Stark“ schreibt er dreckige Kriminalromane, die ein Millionenpublikum finden. Als ein Unbekannter (Robert Joy) droht, seine Geheimidentität auffliegen zu lassen, geht er selbst an die Öffentlichkeit und beerdigt medienwirksam sein Alter Ego. Doch, und damit beginnt die eigentliche Geschichte: Jener George Stark (ebenfalls gespielt von Hutton mit sehenswert gelungenem alternativen Stiling) lässt sich nicht einfach so abschieben, erwacht zu einem mörderischen Eigenleben – mit dem Ziel, Thad zu zwingen, weitere „seiner“ Romane zu schreiben.

Über weite Strecken ergibt die Geschichte durchaus einigen Sinn. Der kreative Prozess des Schreibens wird als Katalysator dem Schaffenden innewohnender „Dämonen“ charakterisiert. Andere Menschen würden diese persönlichen Schwächen unterdrücken, Schriftsteller dagegen kultivieren und ausleben. Im Fall des Protagonisten wird dies mit einem vor Geburt absorbierten Zwilling und einer an Besessenheit grenzenden Schreibwahn, der zu Trance oder sogar körperlichen Anfällen führt, unterfüttert. Das Doppelgängermotiv zieht sich dabei auch anderweitig durch den Film. So istThad auch selbst Vater von Zwillingen im Babyalter (Sarah Parker und Elizabeth Parker).

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Doch Brutalo Stark…
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…lässt sich nicht einfach abschütteln.
Interessant bleibt es, solange die psychologische Komponente im Vordergrund steht. Bis zum Ende besteht immerhin die Möglichkeit, dass Thad selbst der Täter sein könnte, die Inkarnation Starks also wirklich rein symbolisch zu verstehen ist. In dieser spannenden Tradition steht auch die Endkonfrontation zwischen den beiden Facetten dieser Person: Man sitzt sich am Schreibtisch gegenüber und fügt sich gegenseitig durch schriftstellerische Aktivitäten und eine symbiotische Verbindung Schaden zu.

Gerade da sich die beiden Charaktere in dieser Endszene allein im Raum befinden und da dies eigentlich auch in den vorangegangenen Szenen eigentlich bereits angedeutet wurde, hätte sich ein ambivalentes Ende, in dem beispielsweise Thad (äußerlich) als Sieger hätte hervorgehen können, jedoch seine Persönlichkeit eventuell wieder leicht verändert wirkt, nicht nur geradezu aufgedrängt, sondern die – bis auf die befremdliche Traumszene – solide inszenierte und von Hutton sehr gut gespielten Geschichte auch zu einem wirklich runden und befriedigenden Abschluss gebracht. Doch man traut sich anscheinend nicht; stattdessen gibt es noch die alberne Einstellung eines Glibbermonsters und überlässt die Erzählung dem pseudospektakulären Abschluss des ohnehin eher ausgelutschten Motivs eines Sperlingsschwarms als Seelenfänger. Wodurch die Geschichte sich letztlich als Exorzismus der „dunklen Hälfte“ uminterpretiert und ein blödes, sehr abrubtes Happy End ermöglicht wird. Tja.

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