Mumsy, Nanny, Sonny & Girly


Originaltitel:
Mumsy, Nanny, Sonny & Girly
Alternativtitel:
Mumsy, Nanny, Sonny and Girly
Jahr:
1970
Eingetragen:
25.05.2013
Bearbeitet:
26.05.2013
IMDB-Wertung:
6,6/10

Die „glückliche Familie“ besteht aus Mutter (Ursula Howells), dem Kindermädchen (Pat Heywood) sowie Tochter (Vanessa Howard) und Sohn (Howard Trevor). Ihr Leben folgt klaren, starren Regeln; jeder kennt seine Rolle. Ihre Unterhaltung besteht darin, immer neue „Freunde“ ins Haus zu holen und sie in ihr permanentes „Spiel“ einzubeinden. Der letzte solche (Robert Swann) hatte jedoch schnell keine Lust mehr und musste deshalb „zu den Engeln geschickt“ werden. Nun ist dieser Sippe ein neues Opfer (Michael Bryant) in die Hände gefallen. Routiniert wird an der Flucht gehindert und mit Streichen traktiert. Doch dieser „Freund“ ist kein betrunkener Obdachloser; und Sohn und Tochter streng genommen (trotz ihres Verhaltens) keine Kinder mehr. So entspinnt sich ein tödliches Eifersuchtsdrama, das die eine oder andere unerwartete Wendung nimmt, dem wahnsinnigen Treiben jedoch letztlich auch kein Ende bereitet.

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Freddie Francis hatte sich als Autor für diverse Hammer- und Amicus-Filme bereits einen guten Namen gemacht. Seine Geschichten, selbst die auf Basis altbekannter Werke und Motive, wussten eigentlich immer zu überraschen. So richtig lernt man die Gedankenwelt eines Menschen jedoch erst kennen, wenn er die vollständige Kontrolle über alle Schritte der Produktion hat. So geschehen in diesem Film, für den Francis nicht nur den Stoff auswählte und das Drehbuch schrieb, sondern den er auch noch gleich ohne die Unterstützung eines bekannten Studios selbst drehte.

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Herausgekommen ist eine schwarze Komödie, der man sicher nicht vorwerfen kann, gewöhnlich zu sein. Eine permanent gut gelaunte, völlig unmoralisch-mörderische Familie, die ausschließlich in Babysprache redet und deren Mitglieder sich an an ihre eigenen Namen scheinbar gar nicht mehr erinnern, so dass sie sich nur noch mit ihren „Funktionen“ anreden? Darauf muss man erstmal kommen. Die bewusst absurde Inszenierung transportiert dabei trotzdem so einige ernste Themen, vom Erwachsenwerden, der persönlichen Rollenfindung und der Auswegslosigkeit oder auch die schreckliche Adaptivität des Horrors. Nicht übel, doch so sehr die Pointen im Drehbuch sitzen, so ist Francis' Regie, seine visuelle Erzählweise eben absolut gewöhnlich und bar jeder Originalität.

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