…und vor Lust zu sterben


Originaltitel:
Et mourir de plaisir
Jahr:
1960
Eingetragen:
30.05.2013
IMDB-Wertung:
6,6/10

Graf Leopoldo Karnstein (Mel Ferrer) gedenkt, seine Verlobung mit Georgia (Elsa Martinelli) mit einem großen Kostümball zu feiern. Bei diesem taucht seine entfernte österreichische Verwandte Carmilla (Annette Strøyberg) geschmackloserweise im Hochzeitskleid der legendären Familienahnin Millarca, der sie ohnehin wie aus dem Gesicht geschnitten aussieht, auf. Jene gehörte der Legende nach vor 200 Jahren zu einem Clan von Vampiren, der von einem aufgebrachten Mob ausgerottet wurde. Millarcas Geist sei jedoch mehrfach wiedergekommen und habe die neuen Verlobten ihres eigenen früheren Beinahe-Ehemannes Ludwig ermordet. Das große Abschlussfeuerwerk legt durch eine ungeplante Explosion versehentlich die Gruft Millarcas frei, zu dem sich Carmilla nun geradezu magnetisch hingezogen fühlt. Und überhaupt wird ihr Verhalten immer seltsamer…

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Was heißen soll: Entweder hat der Geist Millarcas von ihr Besitz ergriffen, um auch Georgia aus dem Weg zu räumen und sich Ludwigs „Nachfolger“ Leopoldo selbst zu schnappen oder Carmilla hat einfach nur aus übersteigerter Eifersucht einen derartigen Nervenzusammenbruch, dass sie das zumindest glaubt, sich also für einen Vampir hält und entsprechend handelt. Eine explizite Antwort gibt der Film nicht.

Mit diesem motivisch an den Roman Carmilla angelehnten Vampirfilm ist Regisseur Roger Vadim streckenweise ein adäquat düster-brütendes Werk gelungen. Schade dabei (wahrscheinlich der Zeit geschuldet), dass jedoch diverse Motive nur allzu verklausuliert und äußerst kurzgefasst vorkommen: Zwar darf Carmilla Georgia immerhin einmal einen kleinen Schmatzer auf die Lippen verpassen, doch das steht im krassen Gegensatz zu der erklärten Handlung um ihre nur schwach definierte Liebe zu ihrem Cousin Leopoldo. Das wirkt reichlich unentschlossen.

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Dazu kommen, dass Vadim, der ja grundsätzlich gerne seine jeweiligen Ehefrauen in den Hauptrollen seiner Filme besetzte, diesbezüglich zu dieser Zeit mit Annette Strøyberg vorlieb nehmen musste. Diese sah zwar ebenfalls unbestreitbar sehr gut aus, hatte jedoch weder die Ausstrahlung Brigitte Bardots, noch das darstellerische und komödiantische Talent Catherine Deneuves oder Jane Fondas. So bleibt diese Carmilla reichlich blass, da sie größtenteils einfach ausdruckslos in der Gegend herumsteht. Vadim versucht das als Absicht zu verkaufen und sie „träumerisch“ zu inszenieren sowie es miteinigen Anflügen „künstlerischer“ Bild- und insbesondere Farbgestaltung auszugleichen, doch dies wirkt leider stellenweise eher aufgesetzt als wirklich gelungen.

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