Lesbian Vampire Killers


Originaltitel:
Lesbian Vampire Killers
Jahr:
2009
Eingetragen:
30.05.2013
IMDB-Wertung:
5,1/10

Sind die Vampire lesbisch oder die Vampirkiller? Erstere, wollen uns einige Charaktere in ihren Dialogen weismachen. Das englische Dorf Craigwich leidet nämlich seit Jahrhunderten unter einem Fluch: Pünktlich zu ihrem 18. Geburtstag verwandeln sich alle Töchter des Ortes in lesbische Vampirinnen. Ausgerechnet hierhin verschlägt es die beiden Verlierer Jimmy (Mathew Horne) und Fletch (James Corden) auf ihren Sparurlaub.

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Die Vorgeschichte ist streng genommen interessanter als der Hauptplot

Zuerst sind sie erfreut, eine weitere Reisegruppe, bestehend aus jungen, attraktiven Frauen (MyAnna Buring, Tiffany Mulheron, Louise Dylan und Ashley Mulheron), zu treffen. Gemeinsam quartieren sie sich alle in einem verlassenen Haus ein. Schnell verschwinden mehrere der Mädchen und der klägliche Rest der Gruppe muss sich mit der Erkenntnis abfinden, dass die Legenden wahr sind: Die Dienerinnen der Carmilla (Silvia Colloca), Königin der lesbischen Vampirinnen, sind hinter ihnen her!

Vierzig Jahre nach deren Ende will man sich mal wieder über die Horrorfilme aus dem Hause Hammer, in denen ab den 60er Jahren ja nur allzu gerne Frauen in luftige Kostüme gesteckt und ihnen dann handlungstechnisch selbstverständlich höchst wichtige Anhänger um den Hals gehängt wurde, die dann immer wieder in Nahaufnahme zu bewundern waren, lustig machen. Auch drei Filme zum Thema Carmilla (Gruft der Vampire, Nur Vampire küssen blutig und Draculas Hexenjagd) waren dort entstanden, an die man hier konkret anknüpft.

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Düstere Atmosphäre

Die Eingangsszenen, die die Vorgeschichte erzählen, sind dabei sogar ganz gut gelungen: Mit Sinn für Ironie, aber vorhandenem Bewusstsein für die thematischen Gegebenheiten des Stoffs wird die Verführung der Ehefrau eines Vorfahren Jimmys durch die „böse“ Carmilla zur schrecklichen Katastrophe hochstilisiert, die zu dem ganzen Schlamassel führt. Von da beginnt jedoch dann eine qualitative Achterbahnfahrt: Die folgende Charakterisierung der beiden Hauptpersonen ist einfach nur albern. Hierauf folgt dann die Ankunft in dem Dorf (die Szene in der verfallenen Kneipe), die wiederum recht gelungen ist. Und so weiter und so fort.

Man könnte allgemein sagen: Die direkten Anspielungen auf die Klassiker zeugen von ausreichendem Wissen über das Genre und werden von vorgebildeten Zuschauern auch wohlwollend verstanden. Doch es bleibt bei den reinen Zitaten, die nicht intelligent kommentiert oder umdefiniert werden. Vielmehr wirken die meisten Scherze auf dieser Basis recht schal, da sicherlich schon dutzendfach beinahe identisch gesehen. Und der „moderne“ Humor, der beigemischt wird, ist eben durchgehend platt und albern.

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Eine Vampirin aufgespießt

Insbesondere seltsam, dass ein Film, der immerhin den Titel Lesbian Vampire Killers trägt, herzlich wenig mit eben dem Thema lesbischer Vampire gespielt wird. Homosexualität als Bedrohung für die etablierte Gesellschaft zu interpretieren, ist in der Filmhistorie ja tatsächlich häufig genug geschehen. Drei (vorher explizit als heterosexuell charakterisierte) Frauen werden (anscheinend) von einer Vampirin überfallen. Diese ist angeblich lesbisch. Doch sieht man diese Angriffe/Verführungen – trotz offensichtlichen Potentials, wenn eine beispielsweise gerade unter der Dusche steht – nicht mal andeutungsweise gezeigt. Die Charaktere tauchen einfach später wieder als Vampirinnen auf und den Rest soll man sich wohl selbst zusammenreimen.

So verschenkt der Film die Gelegenheit, sich über Sexismus und Homophobie, die so prominent im Horrorgenre präsent waren und sind, lustig zu machen – zugunsten einer Beliebigkeit, die jeden Biss vermissen lässt. Traurig anzusehen, wie viel klüger, durchdachter und insgesamt besser dies in der Folge Lesbian Vampire Lovers of Lust aus der TV-Serie Dr. Terrible's House of Horrible funktioniert.

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Vom Fluch des Vampirismus befreit, aber immer noch lesbisch

Vielleicht ist das Thema an sich aber tatsächlich einfach bereits zu ausgelutscht. Wie wäre es, mal zur Abwechslung die Doppeldeutig des Titels genau andersherum aufzulösen: ein Film über lesbische Vampirkiller könnte schon fast wieder satirische Züge bezüglich der zahlreichen Satireversuche annehmen.

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