Sindbad und das Auge des Tigers


Originaltitel:
Sinbad and the Eye of the Tiger
Jahr:
1977
Eingetragen:
13.06.2013
IMDB-Wertung:
6,4/10

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Von der Sand-…
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…in die Eiswüste
Prinz Kassim (Damien Thomas) soll die Nachfolge seines Vaters, des verstorbenen Kalifen, antreten, doch seine böse Stiefmutter Zenobia (Margaret Whiting) sähe lieber ihren eigenen Sohn Rafi (Kurt Christian) auf dem Thron. Mit Hilfe schwarzer Magie stoppt sie die Krönungszeremonie: Sie verwandelt Kassim in einen Affen. Prinzessin Farah (Jane Seymour) bittet Sindbad (Patrick Wayne) um Hilfe. Gemeinsam segeln sie los, um erst den Weisen Melanthius (Patrick Troughton) und auf dessen Rat hin das sagenumwobene Land Hyperborea zu finden, wo sich ein Schrein unglaublicher Zauberkraft befinden soll, der Kassim eventuell zurückverwandeln kann.

Der Weg führt übers nebelwabernde Meer, durch eine verlassene antike Stadt, eine Eiswüste usw. Und es tauchen natürlich auch jeweils mehr oder weniger passende, gefährliche, wild verschiedenen Mythologien entnommene Kreaturen auf. Die Sindbad-Formel hat sich also praktisch seit seinem ersten mit Hilfe Ray Harryhausens inszenierten Auftritt 20 Jahre zuvor nicht verändert.

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Familiäres Schachspiel
Für Dringlichkeit soll in diesem Abenteuer erstens die willkürliche „Tradition“, dass der Thronanspruch eines Nachkommen in einer festgelegten Zeitspanne nach dem Tod seines Vorfahren verfalle (was jedoch nach Ende des ersten Aktes vergessen wird), sowie zweitens, dass Melanthius erkennt, dass Kassim langsam zu vergessen scheint, dass er mal ein Mensch war, also zum „bösartigen Affen“ wird. Was allerdings immer wieder nur gesagt, aber niemals gezeigt wird. Doch es soll wohl der Grund sein, dass Affe Kassim während der gesamten Reise in einem Käfig leben muss.

Endgültig klar ist mit diesem neuen Abenteuer wohl auch, dass die Filme in keinerlei gemeinsamer Kontinuität stehen. So findet dieser wieder neu besetzte (und trotz kantigen Gesichtszügen darstellerisch sehr blasse) Sindbad mal wieder eine neue Liebe seines Lebens / Braut… gut, sieben sind in seiner Religion ja erlaubt, aber von irgendeinem Zuhause, dass er ja eigentlich mittlerweile haben müsste, ist nie die Rede. Die Filme sollen wohl jeweils für sich stehen.

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Mondbewohner greifen an
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Doch nicht alle „Monster“ sind aggressiv
So bleibt eigentlich nur, den Film eben auch für sich zu betrachten. Leider sind gerade die Begegnungen mit den Harryhausen'schen Monstern, die normalerweise ja den Hauptteil des Reizes ausmachen, eben nur teilweise sinnvoll in die Handlung eingebettet. Im Falle des Riesenwalrosses geht das ja noch gut an, aber der Troglodyt und die Riesenwespe wirken doch ziemlich aus dem Hut gezaubert. Ebensowenig erwehren kann man sich dem Eindruck, dass die richtig originellen Fabelwesen auch bereits in den vorigen Filmen verbraucht wurden: Die Klasse beispielsweise der sechsarmigen Kali-Statue des direkten Vorgängers erreicht nicht mal ansatzweise eine der hiesigen Animationen.

Doch es ist nicht nur die Originalität, die gelitten hat, sondern (trotz fortgeschrittener technischer Möglichkeiten) gerade die Technik. Kulissen gibt es nur selten, fast jede Szene größeren Ausmaßes wird mit schlampiger Rückprojektion gestaltet. Dies betrifft die Einbindung der Monster, was die Choreographie ihrer Interaktionen mit den Darstellern uninteressanter macht, aber eben auch die szenischen Hintergründe.

Zu einer Zeit, in der die Frage, wie zeitgemäß Stop-Motion-Animationen überhaupt noch waren, sehr aktiv diskutiert wurde, waren solche Rückschritte sicherlich keine gute Visitenkarte für die in die Defensive geratene Technik. Was man doch noch mit entsprechendem Aufwand aus ihr herausholen konnte, zeigte Harryhausen erst in seiner letzten großen Produktion, Kampf der Titanen wieder. Sindbad und das Auge des Tigers ist dagegen nur eine kleine Fußnote der Geschichte, die primär für Vollständigkeitsfanatiker oder eben generell Freunde des Genres jenseits der größten Highlights interessant ist.

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