Der Koloss von Rhodos


Originaltitel:
Il colosso di Rodi
Jahr:
1961
Eingetragen:
18.07.2013
IMDB-Wertung:
5,8/10

In Rhodos wird ein neuer Leuchtturm in menschlicher Form eingeweiht. Dieser soll durch seine eingebauten Waffen den Hafen der Stadt bewachen. König Xerxes (Roberto Camardiel) gibt sich selbstzufrieden, doch tatsächlich drohen ihm von gleich zwei Seiten Gefahren. Der ersten ist er sich immerhin bewusst: Eine Rebellengruppe unter der Führung Peliocles' (Georges Marchal) will den Tyrannen stürzen. Darüber hinaus intrigiert jedoch auch Xerxes' engster Vertrauter (Conrado San Martin) hinter seinem Rücken: Als Sklaven getarnt schleust er phönizische Soldaten in die Stadt ein, um mit deren Hilfe selbst die Macht zu übernehmen. Der athenische Kriegsheld Dareios (Rory Calhoun), der sich hier eigentlich nur in der Gesellschaft schöner Frauen (Lea Massari, Mabel Karr) erholen wollte, gerät zwischen die Fronten.

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Das Äußere…

Zeitlich bedingt begann die Karriere Sergio Leones im damals populären Sandalengenre. Was er mit seinem ersten großen Werk ablieferte, ist durchaus solide gemacht – sogar für einige größere Kulissen und ein paar Massenszenen schien Budget vorhanden gewesen zu sein. Die Geschichte um den fiesen Herrscher, der die arme Bevölkerung knechtet, ist ebenfalls bewährt, wenn sie auch nicht unbedingt zu gesteigerter Begeisterung führt.

Die Geschichte konzentriert sich schnell auf den Koloss, wodurch immerhin eine individuelle Wendung hereinkommt, und zu diesem Zweck werden der Statue zahlreiche Funktionen angedichtet. Dass sie über mehrere feuerbasierte Verteidigungssysteme verfügt, ergibt ja noch Sinn. Warum gleichzeitig politische Gefangene dort eingekerkert werden und im Innern der Statue anscheinend irgendein Erz abbauen (?), wirkt dagegen schon sehr absurd.

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…und Innere des Kolosses.

Ähnlich ist es mit der Figur Dareios'. Er soll wohl als Protagonist für die persönliche Identifikation sorgen, da auch er ein Außenseiter in diesem Land ist. Als verbindendes Element zwischen den Geschehnissen ist eine solche Figur häufig ein geeignetes Mittel. Jedoch gelingt es manchmal nicht in ausreichender Weise, ihn aktiv ins Geschehen einzubinden. Zu zufällig wirkt, wie er hineingezogen wird, zu austauschbar sind seine eigenen „heroischen Taten“. Wobei dies eventuell sogar eine gewisse Absicht hat, denn am Ende ist es gar nicht überzogene Heroik, die für ein „gutes“ Ende sorgt, sondern es ist einfach ein schicksalshafter Zufall, der dafür sorgt, dass die Pläne der Bösewichte scheitern. Genretechnisch ungewöhnlich, aber gar nicht mal so schlecht.

Fußnote am Rande: Einige Szenen wurden anscheinend erst später Deutsch synchronisiert – leider mit neuen Sprechern, deren Stimmen den alten überhaupt nicht ähneln. Sehr irritierend.

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