Samson, Befreier der Versklavten


Originaltitel:
La furia di Ercole
Alternativtitel:
Fury of Hercules
Jahr:
1962
Eingetragen:
11.08.2013
IMDB-Wertung:
4,8/10

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Staatsgast Samson wundert sich, wie sehr sich die Stadt verändert hat
Diverse weniger bekannte italienische Muskelmänner wurden im Ausland gerne immer mal wieder zu „Herkules“ umgetauft. Marketingtechnisch durchaus nachvollziehbar. Wieso es jedoch auch andersherum geschah, wie in diesem Fall, ist schwieriger erklärbar. Auf jeden Fall wird der Herkules des Originaltitels auf Deutsch zu Samson. Was natürlich keinen Unterschied macht, denn ob nun Herkules, Samson, Atlas, Goliath oder Maciste – die „Charaktere“ sind in ihren jeweiligen Rollen ohnehin nicht unterscheidbar.

Ebenso schematisch sind üblicherweise die Handlungen dieser Filme. Befreier der Versklavten ist da keine Ausnahme: Samson (Brad Harris) kehrt nach langer Zeit in die Stadt Arpad zurück. Sein alter Freund, der König, ist mittlerweile verstorben und seine Tochter Knidia (Mara Berni), die beim letzten Besuch Samsons noch ein Baby war, hat den Thron bestiegen. Doch dann ist da noch Menistos (jeder fängt mal klein an: Serge Gainsbourg), der heimliche, wirkliche, korrupte Herrscher. Entsprechend existiert eine Widerstandsbewegung, der sich Samson nach gutem Zureden der Rebellin Daria (Brigitte Corey) anschließt.

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Hinter den Kulissen plant der Bösewicht, die Welt mit albernen Stöhnliedern zu nerven
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Entsprechend kommt es bald zu Tätlichkeiten
Die Versatzstücke sind also hinreichend bekannt: Der freiheitsliebende Held, die eifersüchtige Königin, der abgrundtief böse Minister sowie die unterdrückten Rebellen, bei deren Inkompetenz (trotz anscheinend hunderprozentigem Rückhalt in der Bevölkerung) man sich allerdings mal wieder fragen muss, wie sie eigentlich vor dem Auftauchen des Helden überhaupt gegen die gut ausgestattete Armee überhaupt überlebt haben.

Diese Darstellung liegt natürlich daran, den Helden noch strahlender erscheinen zu lassen. Was im Umkehrschluss allerdings bedeutet, dass es immer schwierig ist, jenen unbesiegbaren Helden überhaupt in Gefahr zu bringen. Ringkämpfe mit wilden Tieren sind ebenso wie heranststürmende komplette Garnisonen kein Problem für ihn. Um die Handlung also überhaupt auf eine akzeptable Spielfilmlänge zu strecken, baut man in diesem Fall eben erstmal eine initiale Phase ein, in der Samson erstmal die Fronten erkennen muss. Darauf folgen dann die üblichen Verzögerungstaktiken, d.h. Samson wird vergiftet, betäubt, in Ketten gelegt – natürlich alles nur temporär, denn es muss ja gut ausgehen.

Zu gute halten kann man dem Film, dass die Dramaturgie besser ausgearbeitet ist als in den meisten Machwerken des Genres. Doch über den Status einer Routineproduktion kommt er trotzdem nicht hinaus. Dazu fehlen mal wieder die wirklich witzigen Szenen, insbesondere sind fantastische Elemente in dieser Welt völlig unbekannt. Anstatt lustiger Monster gibt es ein paar wilde Tiere und selbst diese Kämpfe sind schwach inszeniert: Man arbeitet beinahe ausschließlich mit sichtbar nicht zusammengehörenden Gegenschnitten. Manchmal ist objektiv schlechter (d.h. lachhafter) sogar besser (d.h. unterhaltsamer).

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