Sie tötete in Ekstase


Originaltitel:
Sie tötete in Ekstase
Jahr:
1971
Eingetragen:
24.08.2013
Bearbeitet:
24.09.2014
IMDB-Wertung:
5,8/10

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Racheengel unterwegs
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Rauchfetischisten werden bedient
Der junge Dr. Johnson (Fred Williams) forschte an der genetischen Veränderung menschlicher Embryonen mittels tierischer Zellen. Die Ärztekammer (Paul Müller, Howard Vernon, Ewa Strömberg und Regisseur Jess Franco selbst) warf ihn deshalb mit Schimpf und Schande hinaus. Johnson verkraftete dies nicht und beging Selbstmord. Seine Frau (Soledad Miranda), die ihn vergötterte, schwört, Rache zu nehmen – was sie mittels ihrer Verführungskünste, die aber jeweils blutig enden, auch tut.

Der Vergleich mit Francos Klassiker Das Geheimnis des Doktor Z liegt nahe, nur wurde die bekannte Handlung aufgewertet durch eine Prise Nekrophilie aus dem kurz zuvor gedrehten Venus in Furs. Gegen den älteren Film kommt diese Neuverfilmung ganz gut an; an der klassischen Filmtechnik gibt es vielleicht weniger zu sehen, aber dafür ist die Umsetzung „grooviger“. Dem Vergleich zu letzterem hält Sie tötete in Ekstase jedoch nicht stand. Mit Soledad Miranda ist zwar die wohl idealste Franco-Darstellerin in der Hautrolle dabei, aber die Erzählung kann weder inhaltlich, noch stilistisch mithalten. Das geht damit los, dass unpersönlich erzählt wird. Hier gibt es keine Zweifel an der Objektivität des Geschehens. Und in diesem Geschehen gibt es leider auch nur selten Zeichen des wirklich Bizarren, das Franco sonst oft auszeichnet, zu sehen.

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Geschickte Verkleidung
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Dem nächsten Opfer auf den Fersen
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Es endet immer gleich
Eine dieser Szenen ist, als man wie beiläufig erfährt, dass der tote Körper ihres Mannes Mrs. Johnson auf ihrem Rachefeldzug anscheinend immer begleitet. Wie sie ihn transportiert, in die Hotelzimmer schmuggelt oder überhaupt konserviert – unwichtig. Schön auch, wie die jeweiligen Opfer immer beim ersten Kuss kurz zu Johnson werden. Eines der wenigen subjektiven Stilmittel.

Weniger positiv dagegen, dass sich mit jedem Rachemord weniger Zeit genommen wird, überhaupt noch dessen Anbahnung zu zeigen. Das gipfelt darin, dass sich Franco selbst einfach ohne vorherige Kontaktaufnahme, geschweige denn Entführung oder Überwältigung von Miranda in einem gelinde gesagt „neutralen“ (d.h. nicht zuzuordnenden) Raum bereits an einen Stuhl gefesselt kurz und bündig abstechen lässt. Wo man ein Schwelgen an der gefährlichen Grenze zwischen Sex und Gewalt erwartet hätte, fehlte entweder Geduld oder Geld. Apropos Geld: Den Einbau Horst Tapperts als namenloser und untätiger Inspektor kann man wohl als reinen Wunsch der deutschen Produzenten interpretieren.

Soledad Miranda zuzuschauen, ist natürlich auch bei einer Handlung, die ähnlich dünn ist, wie ihre Bekleidung in den meisten Szenen, noch gut erträglich. Die große emotionale Achterbahnfahrt, die ein solcher Stoff zumindest mangels Handlungsentwicklung hätte sein sollen, ist es aber nicht. Insofern ist vielleicht gerade mal einer der Morde interessant, in dem sich das Opfer sehenden Auges in die Fänge der „schwarzen Witwe“ begibt. In dieser Richtung hätte man weiterarbeiten können, aber für mehrere Skriptrevisionen war ja bei Franco bekanntermaßen nie Zeit.

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