Venus im Pelz


Originaltitel:
Venus in Furs
Jahr:
1994
Eingetragen:
24.08.2013
IMDB-Wertung:
5,2/10

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Alles Pulver in der ersten Szene verschossen
Der bewusste Einsatz von Stilmitteln vergangener Zeiten kann zu spannenden Ergebnissen führen – siehe den als Stummfilm im unscharfen Flackerstil inszenierten Call of Cthulu. Doch manchmal kommt auch nicht mehr heraus als eine völlig entkernte Hülle ohne Sinn und Verstand – siehe Venus im Pelz.

Mit Jess Francos Klassiker (der ja aber zugegebenermaßen mit dem gleichnamigen Roman wiederum nicht viel gemeinsam hatte) hat das Ganze schonmal nichts zu tun. Statt psychedelischer Besessenheit gibt es eine öde Sado-Maso-Beziehung (André Arend van de Noord und Anne van de Ven) zu sehen. Die effektiv aus vier bis fünf schier endlosen Szenen besteht, in denen sich die beiden Beteiligten meist mehr oder weniger unbekleidet in halb abgedunkelten Räumen räkeln.

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Warum liegt hier eigentlich Stroh?
Das letzte, was die Zuschauer bei einem solchen Thema denken sollte, ist „na und?“ Doch genau das ist hier der Fall. Drehbuch und Inszenierung verstehen es nicht, den angeblichen „menschlichen Abgründen“ auch nur eine Knöcheltiefe abzugewinnen. Stattdessen beschränkt man sich auf die altbekannten Clichés des Themas und die voyeuristische Darstellung der Rundungen der Haupt-„Darstellerin“ tut ihr Übriges.

Soll heißen: Dies ist eigentlich ein Softporno für Möchtegernintellektuelle, die sich nicht trauen, einen „richtigen“ anzustellen, und sich selbst dabei dann so rausreden, dass dies schließlich Kunst sei. Was stimmt, wenn man sich einbildet, dass sich „Kunst“ allein dadurch definiert, dass etwas in Schwarzweiß gedreht wurde, wenig gesprochen und eine sinnhafte Szenenabfolge vermieden wird.

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