Der Held von Attika


Originaltitel:
Il tiranno di Siracusa
Alternativtitel:
Damon and Pythias
Jahr:
1962
Eingetragen:
04.09.2013
IMDB-Wertung:
5/10


Sandalenfilme versuchten üblicherweise, mit aufwändigen Produktionen zu punkten: Massenszenen, protzige Kullisen und pseudohistorische Kostüme. Wenn dafür jedoch das Geld nicht reichte, sah es meist düster aus. Es sei denn, ja es sei denn, es steckte auch noch eine an sich gute Geschichte darin. Eine solche entspinnt sich hier zwischen den beiden Hauptpersonen, dem athenischen Adlige Pythias (Don Burnett) und dem syrakusischen Lebemann Damon (Guy Williams).

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Edelmann Pythias steigt hinab ins einfache Volk
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(Zu?) späte Verbrüderung?

Ersterer wird nach Syrakus geschickt, um dort Landsmann Arkanos (Anrea Bosic) aufzutreiben. Jener befindet sich jedoch im Untergrund zwecks Kampf gegen den syrakusischen Tyrannen Dionysos (Arnoldo Foà) und ist somit nicht leicht auffindbar. Nur der gut aufgelegte Damon ist bereit zu helfen. Doch die Freundschaft der beiden zerbricht temporär an einer scheinbaren Nichtigkeit – Damon verrät Pythias, dieser wird gefangengenommen, doch damit er die Geburt seines Sohnes miterleben kann, bietet sich der reumütige Damon als Geisel bis zu dessen Rückkehr an. Dionysos sieht das als willkommene Gelegenheit, die für ihn gefährliche athenische Freiheitsphilosophie als verlogen zu entlarven, wenn – wovon er ausgeht – Damon nicht zurückkehrt. Doch es kommt anders.

So pathetisch die Geschichte schließlich sein mag: Zu grunde liegt ihr doch ein mehr als relevanter menschlicher Konflikt – nämlich die schwierige (manchmal sogar unmögliche) Überbrückung von Klassenkonflikten. So sympathisch sind Damon und Pythias sind, so können sie im entscheidenden Moment doch beide erstmal nicht über ihre Schatten springen: Der zum Zirkel der Philosophen gehörende Pythias kann dem einfachen Damon schlicht und einfach nicht vertrauen, weil dieser nicht „zu ihnen“ gehöre. Dies wiederum löst bei Damon einen Minderwertigkeitskomplex aus, der zur Katastrophe führt und schließlich ihrer beider Leben in Gefahr bringt. Und das, ohne dass einer der beiden Charaktere unsympathisch wird. Es ist menschlich und damit zeitlos; völlig unabhängig davon, in welcher pseudohistorisch verklärten Epoche sich der Film selbst ansiedelt.

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