Die Küste der Piraten


Originaltitel:
I pirati della costa
Jahr:
1960
Eingetragen:
12.09.2013
IMDB-Wertung:
5,9/10

Da waren mal wieder wahre Übersetzungskünstler am Wert: Aus den „Piraten der Küste“ wurde auf Deutsch die Küste der Piraten. Was zwar zusammengehören kann, aber nun wirklich nicht das gleiche ist. Im Film ist dann allerdings auch nur von ersteren die Rede und niemals von letzterer.

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Die „Schiffbrüchigen“ sind allesamt gut gewaschen, sauber gekleidet und frisch frisiert – man hätte eventuell ahnen können, dass etwas faul ist

Die „Piraten der Küste“ sind eine Bande unter der Führung des hinterhältigen Olonese (Livio Lorenzon). Der spanische Kapitän Luis Monterey (Lex Barker), gerade frisch in die Kolonien gekommen, war erst noch guter Hoffnung, seine Silberlieferung heil nach Hause zu bekommen. Obwohl er seine Route selbst vor dem Gouverneur (Loris Gizzi) und dessen Nichts Isabella (Estella Blain) – mit der er eine Vergangenheit hat – geheim gehalten hat, werden er und seine Mannschaft von einer Gruppe scheinbar schiffbrüchiger Frauen übertölpelt: Die Damen setzen einen Großteil der Mannschaft außer Gefecht und sabotieren die Geschütze, so dass das kanonenstarrende Kriegsschiff samt Ladung kampflos Olonese in die Hände fällt.

Monterey wird vom spanischen Kolonialgericht wegen Hochverrats verurteilt. Er kann jedoch entkommen, kapert mit seinen Mitgefangenen selbst ein Schiff und schlägt sich mangels Alternativen nach Tortuga, Oloneses Hauptquartier durch. Als „Kapitän Namenlos“ möchte er sich den Piraten anschließen. Jene bestehen jedoch als Bewährungsprobe darauf, dass Monterey mit „seinem“ Schiff und seiner Mannschaft die Ablenkung für einen Angriff auf Santa Cruz von der Landseite bilden. Das heißt: Während Monterey & Co. als Kanonenfutter vor der von der Seeseits uneinnehmbaren Festung kreuzen und sich ein aussichtlichsloses Feuerduell liefern, plünden Olonese & Co. die Stadt. Auch Isabella gerät so in die Hände der Bösewichte und natürlich denkt Olonese gar nicht daran, seinen neuen Verbündeten vor dem Zugriff der spanischen Soldaten zu retten. Noch weiter spitzt sich die Lage zu, als plötzlich Krieg zwischen Spanien und England ausbricht und die Piraten zu umworbenen potentiellen Verbündeten beider Seiten werden…

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„Kapitän Namenlos“ ist durch seine Augenklappe ebenfalls perfekt getarnt

Übermäßig logisch sind die zahlreichen Wendungen der Handlung nicht immer. An mehreren Stellen müsste man bei genauerer Betrachtung schon die Logik und die Motivation einiger Handelnder hinterfragen. Doch die dynamische Inszenierung geht über solche Bruchstellen hinweg, als wäre nichts – und man nimmt es ohne Murren hin, weil es einfach unterhält und trotz durchsichtiger Personenkonstellation eine Grundspannung aufzubauen versteht. Hier weiß man, was man hat; Piratenfilmverächter werden aber sicherlich auch nicht bekehrt.

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