Die letzten Tage von Pompeji


Originaltitel:
Gli ultimi giorni di Pompeii
Jahr:
1913
Eingetragen:
14.09.2013
Bearbeitet:
21.07.2016
IMDB-Wertung:
6,2/10

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Jone ist umschwärmt von der Männerwelt
Während man viele der Stummfilme der 1920er Jahre auch heute noch verlustlos genauso genießen kann wie die Werke späterer Jahrzehnte, weil sie in ihrer Erzähltechnik eben schon dem gewohnten sehr ähnlich sind, wird es, wenn man weiter zurückgeht, doch sehr „historisch“. Einiger solcher noch älterer Filme sind gemessen an ihrer Entstehungszeit bemerkenswert und auch für die Entwicklung des Kinos wichtig, aber ihr reiner Unterhaltungswert ist leider meist niedrig. So wie im Fall der letzten Tage von Pompeji.

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Die Eifersucht treibt Nidia zu unüberlegten Handlungen
Dabei handelt es sich um einen frühen Versuch, das auf die Beine zu stellen, was man später Monumentalfilm nennen sollte. Vor dem Hintergrund des baldigen Ausbruchs des Vesuvs (von dem die Charaktere natürlich nichts wissen) entspinnt sich eine simple Dreicksgeschichte: Der edle Glaucus (Ubaldo Stefani) kauft die blinde Sklavin Nidia (Fernanda Negri Pouget), um sie aus den Klauen fieser Brutalos zu retten. Nidia wünscht sich jedoch, Glaucus würde mehr als Mitleid für sie empfinden. Er hat jedoch nur Augen für Jone (Eugenia Tettoni Fior). Auf die ist wiederum der Priester Arbace (Antonio Grisanti) scharf. So manipuliert er die Dinge so, dass Nidia Glaucus ein Nervengift verabreicht, das ihn wahnsinnig macht (sie glaubt, es sei ein „Liebestrank“) und hängt ihm dann noch einen Mord an. Nidia, die ihren Fehler nun eingesehen hat, will Glaucus vor der Zerfleischung durch die Löwen der Arena retten. Doch dann bricht eben der Vulkan aus.

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So nimmt das Schicksal seinen Lauf
Die Geschichte befindet sich also auf dümmlichstem Rosamunde-Pilcher-Niveau. Und gefilmt wurde eben so, wie es seinerzeit üblich war: statisch. Jede Einstellung ist wie eine Theaterkulisse gestaltet, und das auch teilweise durchaus wirklich gut, aber das Theater ist nun mal ein gesprochenes Medium – ein Element, das in Stummfilmen jedoch fehlt. So wirkt es so, als schleiche die Handlung nur so vor sich hin (was natürlich auch daran liegt, dass es eben nicht viel zu entwickeln/erzählen gibt). Bis zum überzogen melodramatischen Ende.

Dass hier aufwändig gearbeitet und keine Kosten gescheut wurden, ist unbestreitbar. Dass einige Trickeffekte gar nicht mal so übel sind, erfreut ebenfalls. Dass sich hieraus später ein bedeutendes Filmgenre entwickeln würde, und man die Verdienste der frühen Experimente anerkennen muss, ist unbestritten. Aber man sollte auch souverän genug sein, dies alles mit der Frage des tatsächlichen Unterhaltungspotentials auseinanderzuhalten.

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