Hideaway – Das Versteckspiel


Originaltitel:
Hideaway
Jahr:
1995
Eingetragen:
23.09.2013
IMDB-Wertung:
5,3/10

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Mythologisches Motiv etabliert
Zum richtig großen Star hat es Jeff Goldblum nie gebracht. Mitte der 90er Jahre befand er sich jedoch auf dem relativen Höhepunkt seiner Karriere. Doch auch wenn man sich aus dieser Zeit wohl eher an Jurassic Park und Independence Day erinnert, bedeutet das noch lange nicht, dass es zwischendurch nicht auch große kommerzielle Flops gab.

Irgendwo zwischen Die Augen der Laura Mars und Der Rasenmähermann siedelt sich Hideaway an. Goldblum spielt einen gewissen „Hatch“ (allein schon durch den Namen unsympathisch), der nach einem Autounfall einige Zeit klinisch tot war. Dadurch (?) ist er nun psychisch verbunden mit einem anderen ehemaligen Patienten, dem Ähnliches widerfahrem ist. „Vassago“ (Jeremy Sisto) ist ein durchgedrehter Killer, der bevorzugt nachts jungen Frauen nachstellt. „Hatch“ hält die Visionen erst für Alpträume, zumindest bis sie ihn auch im Wachzustand überkommen. Natürlich glaubt ihm niemand.

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„Hatch“ muss mitansehen, wie sich „Vassago“ an seine Tochter ranmacht
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Capeträger Dracula trägt sein Opfer in sein Schloss
So beschrieben könnte das vielleicht noch gerade so durchgehen, doch Hideaway scheitert an der völligen motivischen Überfrachtung. Man hielt es anscheinend nicht für ausreichend, den Konflikt in einer Dimension auf die persönliche Ebene zuzuspitzen, dass der Bösewicht durch die beidseitige Verbindung auf die Idee kommt, „Hatchs“ Tochter (Alicia Silverstone) ins Visier zu nehmen. Nein, es muss auch noch eine zweite Tochter (Tiffany Foster) geben, die vor einigen Jahren bei einem anderen Unfall umgekommen ist, und jetzt immer mal wieder als Geist (?) dazwischenfunkt. Während „Vassago“ nicht einfach nur ein Mörder, sondern auch irgendeine Inkarnation eines bösen Dämonen (?) ist. Und ihm wird noch eine Lichtunverträglichkeit angedichtet. Und er baut aus unbekannten Gründen auf einem schrottreifen ehemaligen Vergnügungspark einen bizarren Unterschlupf. Und er ist auch noch nah mit einem anderen zentralen Charakter verwandt.

Die auftauchenden Teufels- und Engelsgestalten sowie die Trips ins „Jenseits“ sind Anlass für einige schlechte Computereffekte. Besser wirkt immerhin die Ausgestaltung der Visionen dessen, was „Vassago“ gerade treibt, die einfach durch farbliche Verfremdung gekennzeichnet werden. Weniger „modern“, dafür aber effektiver. Was eben genauso für die Handlung gilt: Anstatt überall herumzufasern hätte man sich einfach auf einen zentralen Konflikt konzentrieren können und eventuell wäre damit zumindest – trotz übler schauspielerischer Leistungen – ein Grundmaß an Spannung aufgekommen. So ist Hideaway ein seelenloses Misch-Masch – Inbegriff der 90er!

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