Deception – Tödliche Täuschung


Originaltitel:
True Crime
Jahr:
1995
Eingetragen:
23.09.2013
Bearbeitet:
29.09.2013
IMDB-Wertung:
5,3/10

Mary Giordano (Alicia Silverstone) ist kein typischer Teenager. Die Schülerin einer katholischen Schule interessiert sich nicht für Partys und Jungen, sondern für Verbrechen. Als Begründung dafür fällt dem Drehbuch nichts besseres ein, als dass ihr Vater, Polizist, im Einsatz getötet wurde. Für sie ist es entsprechend ein Fest, als in ihrer Kleinstadt ein wirkliches Kapitalverbrechen geschieht: Kathleen Donlevy (Alissa Dowdy), Schwester einer Klassenkameradin, wird unter ungeklärten Umständen ermordet. Die Polizei (Bill Nunn) kommt nicht weiter, also „ermittelt“ Mary selber – wobei ihr erster Verdächtiger, ein gewisser Tony (Kevin Dillon), sich als Polizei-Azubi herausstellt, der sich ebenfalls durch inoffizielle Ermittlungen in diesem Fall profilieren möchte. Die beiden tun sich zusammen…

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Betont unauffällige Ermittlungen
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…und verfolgen im Stil von Kalle Blomquist „Fährten“, die erstmal so offensichtlich sind, dass man sich fragt, womit eigentlich die Ermittler bislang ihre Zeit verschwendet haben: Man guckt mal im Schwimmclub des Opfers vorbei, prüft den zur Tatzeit in der Stadt gastierenden Jahrmarkt usw. Was sich dann im Folgenden auch entsprechend absurd entwickelt – bis hin zum Klassiker des „einarmigen Fieslings“ (Michael Bowen), der natürlich hochverdächtig sein muss.

Dazwischen wird eine ebenso blödsinnige „Außenseiterstory“ ums Erwachsenwerden Marys gequetscht, die vorhersehbarerweise irgendwann erkennen muss, dass es sich hier nicht um eine ihrer Kriminalgeschichten, sondern das echte Leben handelt, wovon sie so Einiges zu sehen bekommt, das sie aus ihrer „heilen Welt reißt“. Die ihrem einzigen Vertrauten, Tony, illustriert von einigen peinlichen Traumsequenzen und schließlich auch „echten“ Szenen, näherkommt. Und am Ende eben zutiefst traumatisiert, da ihrer watteweichen Illusionen beraubt, aber „erwachsen“ aus der Sache heraus kommt.

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Zu spannend!
Die Hauptrollen sind mit zwei „ewigen Nachwuchstalenten“ besetzt, die den Durchbruch beide nie so richtig geschafft haben. Silverstone erweist sich dabei als extreme Fehlbesetzung: Als „Geek“ gäbe es sicher passendere Mädchentypen. „Findest du mich nicht auch potthässlich?“, fragt sie ihre Freundin? Na klar, sie trägt schließlich eine Brille! Und, ja, das wird später noch mehrfach wieder aufgegriffen: „Ich bin nicht hübsch!“, schleudert sie dann auch Tony entgegen. Sicher doch, die 18-jährige Alicia Silverstone entspricht so gar nicht dem gängigen Schönheitsideal. Noch weniger im Aerosmith-erprobten Schulmädchen-Fetischoutfit.

Vor Allem muss man sich jedoch fragen, an wen sich das alles nun eigentlich richten soll. Jüngere Kinder, die vielleicht vom Niveau des Kriminalfalls angesprochen werden und sich mit der noch jugendlichen Ermittlerin identifizieren könnten, dürften mit der sexuellen Komponente der Geschichte nicht einverstanden sein. Etwas älteren Mädchen, die auch dieses Abenteuer mit einem etwas älteren, „coolen Rebellen“ spannend finden könnten, wird die ausladende Gewalt gegen Ende zum Problem werden. Erwachsene sehen zu schnell den ausgemachten Blödsinn und riechen auch die „große Überraschung“ des Endes meilenweit gegen den Wind.

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