Die Teuflischen von Mykonos


Originaltitel:
Ta paidia tou Diavolou
Alternativtitel:
Island of Death
Jahr:
1976
Eingetragen:
29.09.2013
IMDB-Wertung:
5,1/10

Außerhalb der üblichen Urlaubssaison kommen Christopher (Robert Behling) und Celia (Jane Lyle) auf das verschlafene Mykonos. Wie zu Hause in London wollen sie sich amüsieren – was bei ihnen bedeutet, Sex und Gewalt zu verbreiten. „Gott bestraft Perversion“, so ihr Vorwand, alles und jeden erst zu verführen und anschließend in einem Gewaltexzess umzubringen. Was sie alles ausführlich mit ihren Kameras dokumentieren.

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Urlauber ziehen durch charmante Gassen
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Schnappschüsse fürs Familienalbum

Nach eigener (retrospektiver) Aussage hatte Regisseur Nico Mastorakis hiermit den brutalstmöglichen Film machen wollen. Ob ihm das gelungen ist, hängt davon ab, wie man Gewalt definiert. Im „Gore“-Sinne, also bezüglich Blut und Gedärmen, gab es zu dieser Zeit bereits viel Schlimmeres. Was hier stattfindet, ist jedoch in gewisser Weise psychologisch unterfütterte Gewalt: Es schlachten nicht einfach anonyme Menschen andere Unbekannte massenhaft ab, sondern jeder Mord hat individuellen Plan und Durchführung: Ein Mann wird erst an den Boden genagelt und ihm dan Farbe eingeflößt; eine Frau wird mit einem Bulldozer zerteilt; eine andere mit einer Spraydose verbannt (usw.). Die Opfer haben meist nichts falsch gemacht (was den Mord im etablierten Hollywood-Sinne „rechtfertigen“ würde), manchmal fühlen sie sich sogar selbst erst in der Rolle der „überlegenen Verführer“ – was die plötzliche Umkehr der Situation desto extremer macht.

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Prost!
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Selbst als Celia wirklich zum Vergewaltigungsopfer wird, fällt Christopher nichts Besseres ein, als zu fotographieren

Doch auch abseits der expliziten Gewalt stimmt die Symbolik: Christopher läuft permanent mit dauereregierter Kamera auf der „unberührten Insel“ herum, anstatt Natur, Aussicht und Moment zu genießen, wird alles damit befleckt. Es handelt sich hier also um den Einbruch zivilisationskranker Menschen in eine viel unschuldigere Gesellschaft. In diesem Sinne kann man Die Teuflischen von Mykonos als geistigen Nachfolger von Sklaven ihrer Triebe (inklusive Ziegensexszene) sehen. So ergibt dann auch das fiese Ende Sinn: Eigentlich war es die ganze Zeit gar nicht so sehr „Bonny & Clyde gegen den Rest der Welt“, sondern ein Kräftemessen zwischen den beiden Protagonisten.

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