Seddok – Der Würger mit den Teufelskrallen


Originaltitel:
Seddok, l'erede di Satana
Alternativtitel:
Atom Age Vampire
Jahr:
1960
Eingetragen:
30.10.2013
IMDB-Wertung:
3,8/10


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So kann sie Schönling Pierre nicht mehr entgegentreten (denkt sie)
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Es hilft nur die Operation
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What the fuck???
Im Jahr 1960 kam das bis heute zu Recht hoch angesehene Augen ohne Gesicht heraus. Von Seddok spricht dagegen heute keiner mehr. Mit einem gewissen Recht.

Erstmal ist der Grundkonflikt bekannt & bewährt: Stripperin Jeanette Moreneau (Susanne Loret) wird von ihrem Verlobten Pierre (Sergio Fantoni) verlassen (Berufstätige Frau – wo gibt's denn sowas?) verlassen. Aufgewühlt hat sie einen Autounfall (Frau am Steuer!). Ihr verbranntes Gesicht (na ja, maximal eine kleine Narbe) ist jenseits des durch die medizinische Kunst zu Rettendenden (wie ein Arzt es ihr gegenüber aufbauend ausdrückt: „Schlimmer als Lepra!“). Wenn da nicht die revolutionären, aber höchst illegalen Experimente Professor Alberto Levins (Alberto Lupo) wären. Dessen Methode jedoch, neben irgendwelchen nicht näher definierten Atombombeneffekten, von Körperflüssigkeiten gesunder, junger Frauen abhängt, die er sich mörderisch beschafft.

So weit, so trashig, aber es wäre noch durchaus gangbar: Da wird ein Eifersuchtskonflikt mit Levins Assistentin (Franca Parisi) aufgebaut sowie das Problem der Wunschprojektion auf die Patientin (siehe Stolen Face). Damit hätte man den Film locker und mit Anstand zu Ende bringen können, trotz offensichtlicher darstellerischer Einschränkungen.

Dann jedoch, ja dann… verwandelt sich der Professor plötzlich selbst in ein mutiertes Monster. Ohne Anlass. Es sieht so aus, als hätte er sich irgendetwas injiziert, aber so richtig ist das weder zu sehen, noch wird jemals erwähnt, was oder warum. Nun mordet er also in Monstergestalt und kann sich nur temporär mit einem Serum wieder zurückverwandeln. Wieso man den Protagonisten plötzlich zu Dr. Jekyll machen wollte? Völlig unklar. Wenn man so ein fundamentales Element erst einführt, nachdem mehr als die Hälfte des Films bereits rum ist, sollte man lieber einen sehr guten Grund dafür haben und diesen den Zuschauern auch mitteilen. War der Professor die ganze Zeit schon dieser „Mr. Hyde“, aber man hat es nur nicht gesehen? Oder ist er durch neue Experimente jetzt erst dazu geworden? Fragen über Fragen. Eventuell wurde da sinnentstellend geschnitten und auch die Übersetzung mag es noch verschlimmern. Doch in dieser Form ist dies der unwiderbringliche, senkrechte Fall eines bereits vorher grenzwertigen Films in völlig unfreiwillig komische Regionen. Auch wenn man schon viel gesehen hat, es gibt doch immer noch mal wieder Überraschungen…

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