The Last Man on Earth


Originaltitel:
L'ultimo uomo della terra
Jahr:
1963
Eingetragen:
24.07.2010
Bearbeitet:
08.01.2012
IMDB-Wertung:
6,9/10


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Richard Mathesons Roman I am Legend ist einer der Klassiker, die das moderne Horrorgenre begründeten. Weg von gothischem Grusel hin zu „wissenschaftlich“ motivierten Monstern. Keine Kämpfe zwischen strahlenden Helden und entstellten Fremden, die die „zivilisierte Gesellschaft“ infiltrieren. Der erste Versuch, diesen Stoff zu verfilmen, fand – mit wohl sehr niedrigem Budget – in Italien statt.

Es wird die Geschichte Robert Morgans (Vincent Price) erzählt. Vor drei Jahren hatte sich auf der Erde ein bis dahin unbekanntes Virus in rasender Geschwindigkeit verbreitet. Die Infizierten starben und kamen anschließend als Vampire wieder aus ihren Gräbern. Der Versuch, die weitere Verbreitung des Virus durch die sofortige Verbrennung aller Leichen einzudämmen, scheiterte.

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Nun ist Morgan der letzte lebende Mensch auf der Welt. Er lebt allein in einem verbarrikadierten Haus, um das sich die Vampire jede Nacht versammeln, um ihm endlich den Garaus zu machen. Tagsüber dreht er den Spieß um, streift durch die Stadt und tötet alle Vampire, deren Verstecke er ausfindig machen kann.

Doch ganz hat Morgen die Hoffnung, andere nicht Infizierte zu finden, noch nicht aufgegeben. Diese Hoffnung scheint sich zu bestätigen, als er kurz hintereinander einen Hund und eine Frau im Tageslicht antrifft...

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The Last Man on Earth ist ein recht sympathischer Film. Vieles wird richtig gemacht, so beispielsweise die Gegenüberstellung „alten“ (Vampire) und „neuen“ Horrors (Morgan, der, hinter einer Gasmaske versteckt, Leichen völlig ohne Gefühlsregung aus seinem Transporter auslädt und in eine Feuergrube wirft) oder auch die anfänglichen Szenen, in denen er durch die verwüstete Stadt fährt und seiner täglichen „Routine“ nachgeht. Gerade letzteres zeigt, wie die entsprechenden Szenen in der Vorlage, wie sehr sich die Grenzen des „Normalen“ bereits verschoben haben.

Andererseits gibt es aber auch eben ein paar Änderungen, die völlig unverständlich sind und sich zentral negativ auswirken. So ist Morgan (im Buch: Neville) im Film Wissenschaftler, der bereits seit dem ersten Auftreten des Virus an Heilungsmöglichkeiten geforscht hat. Dies war erfolglos. Desto lächerlicher, dass es ihm dann am Ende innerhalb von Sekunden doch noch gelingt. Ebenso im Bezug auf seine Figur fehlt das extreme Auf und Ab. Angedeutet wird zwar zwischendurch immerhin seine geistige Verzweiflung, aber diese spiegelt sich überhaupt nicht in seinem Erscheinungsbild wider und hält auch jeweils nur recht kurz an. Vincent Price war sicherlich auch nicht gerade die Idealbesetzung für eine solche Rolle.

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Beinahe unverzeihlich ist aber natürlich auch die Änderung des Endes. Von allen drei Verfilmungen des Stoffes kommt dieses zwar der Vorlage noch am nächsten, aber trotzdem kann man die eigentliche Bedeutung nur sehr grob erahnen. Ein paar wenige Hinweise gibt es im Film noch: So bezeichnet ein Kollege Morgans die Plage als „Evolutionsschritt“ und kurz blitzt die Erkenntnis über das, was Morgan macht, in einem Gespräch mit der Frau, die er trifft, auf. Trotzdem wird Morgan auch von diesem Film zum „missverstandenen Helden“, zum „gescheiterten Messias“ gemacht. Nicht umsonst endet die Geschichte in einer Kirche. Diese plumpe Symbolik wurde von den folgenden Verfilmungen ebenfalls übernommen – warum auch immer.

The Last Man on Earth ist ein Film, den man gerne mögen möchte. Er ist immer noch die beste Verfilmung des Stoffes. Dass er das allerdings ist, ist eigentlich traurig.

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