The Blood Spattered Bride


Originaltitel:
La novia ensangrentada
Jahr:
1972
Eingetragen:
09.11.2013
IMDB-Wertung:
6,2/10

Traumata, wohin man sieht! Die als Jungfrau in die Ehe gegangene Susan (Maribel Martín), die ohnehin schon von Hilflosigkeit geprägte Alpträume, in denen sie vergewaltigt wird, hat, kommt mit der fordernd-agressiven Sexualität ihres Mannes (Simón Andreu) nur schwer zurecht. So richtig bizarr wird es jedoch erst, als dieser am Strand eine nackte Frau ausgräbt. Diese stellt sich als Carmilla (Alexandra Bastedo) vor. Susan ist die Besucherin unheimlich, glaubt sie doch, in ihrem Gesicht die Frau wiederzuerkennen, die sie bereits in ihren Träumen gesehen hat. Ihr Mann tut das als Fantasie ab, was er jedoch schon bald bereuen muss: Carmilla verschwindet über Nacht von der Bildfläche, hat aber offensichtlich einen bestimmenden Einfluss auf Susan gewonnen.

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Susan…
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…in Duldungshaltung

Von hier aus scheint erstmal alles seinen erwarteten Gang zu gehen: Carmilla ist natürlich Mircalla, die verstoßene Ehefrau eines Vorfahren des namenlosen Hausherren, die Susan nicht nur verführt hat und deren Blut trinkt, sondern sie auch zu Anschlägen auf das Leben ihres Mannes bringt. Es scheint trotz seiner Nachforschungen und Bemühungen nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis er – wie bereits in Alpträumenszenen vorausgedeutet – dann wirklich blutig entsorgt wird.

Schon so wäre The Blood Spattered Bride ein gut durchdachter Film gewesen, der den typischen Subtext von Filmen über lesbische Vampire durch Susans kindliche Unschuld – repräsentiert durch ihre Freundschaft mit Carol (Maria-Rosa Rodriguez), der Tochter der Hausangestellten – in Kontrast zum herrischen Wesen ihres Mannes, der jegliches Einfühlungsvermögen vermissen lässt, ausgestaltet. Doch tatsächlich geht es noch eine Ebene weiter.

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Doch die Unterdrückten…
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…schlagen zurück

Scheinbar schlägt der Mann, also der Repräsentant des autoritären Patriachats, im wirklich hervorragend gelungene Schluss zurück, indem er kaltblütig und mechanisch seine Frau, die Vampirin und sogar die ebenfalls „bekehrte“ Carol umbringt. Er hat die Macht und die Mittel und wenn nicht alles nach seiner Pfeife tanzt, wird es aktiv und wehrlos ausgerottet. Trotzdem zeigt sich gleichzeitig in dem, Abschlussdialog und dem Verhalten Carols, dass seine Zeit zu Ende ist: Sein scheinbarer Triumph, seine Machtdemonstration sind langfristig nutzlos, denn es handelte sich bei Carmilla nicht um das personifizierte Böse, sondern eine gesellschaftlich befreiende Kraft – sozusagen eine Idee – die unsterblich ist. Ein Schelm, wer da mehr als Fragen persönlicher sexueller Identität reinliest.

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