Schwarzer Engel


Originaltitel:
Black Angel
Alternativtitel:
Vergessene Stunde
Jahr:
1946
Eingetragen:
14.12.2013
IMDB-Wertung:
7/10

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Mavis wurde erdrosselt
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Marty ertränkt seinen Kummer
Mavis Marlowe (Constance Dowling), bekannte Schlagersängerin, ist ermordet worden. Stark verdächtig ist ihr Liebhaber Kirk Bennett (John Phillips), der sie an diesem Abend besucht hatte. Trotz seiner Versicherungen, er habe sie bereits tot vorgefunden, ist die Beweislast erdrückend – er wird zum Tode verurteilt.

Kirks Frau Catherine (June Vincent) will sich damit jedoch nicht abfinden. Auf eigene Faust versucht sie die anderen Verdächtigen zu durchleuchten. Mavis' von ihr getrennt lebender Ehemann, der seinen Kummer im Alkohol ertränkende Pianist Marty Blair (Dan Duryea), hatte am fraglichen Abend zwar ebenfalls versucht, zu Mavis vorzudringen, war jedoch auf ihre Anweisung am Türsteher abgeblitzt. In ihm gewinnt Catherine jedoch einen wertvollen Mitstreiter für die weitere Untersuchung: Gemeinsam schleichen sie sich als Musikduo in den Club des Gangsters Marko (Peter Lorre) ein – auch jener hatte Verbindungen zum Mordopfer und war in der Nähe des Tatorts gesehen worden.

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Catherine weckt wieder seinen Lebensmut
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Doch wieder steht ein anderer Mann dazwischen
In diesem Fall passt der ursprüngliche deutsche Titel eigentlich sogar besser als der originale; zwar ist die vergessene Stunde eventuell etwas verräterisch bezüglich der Auflösung, aber wer ist bitte der schwarze Engel? Nur, dass Vergessene Stunde andererseits auch eine gewisse Schieflage der Relevanz verstanden werden könnte, denn es bezieht sich eindeutig auf den Kriminalfall an sich.

Dieser ist in der Erzählung jedoch, obwohl er natürlich vordergründig im Zentrum steht, gar nicht mal das wichtigste. Viel wichtiger ist jedoch das sich in seiner Komplexität langsam steigernde Spiel um Loyalitäten und Liebe. Catherine kämpft darum, ihren Mann zu retten, obwohl er sie betrogen hat. Doch ob es eben „nur“ Loyalität oder doch mehr ist, das wird im Laufe der Geschichte gehörig auf den Prüfstand gestellt, denn ihr Gegenüber, Marty, steckt ebenfalls in einem nicht zu verachtenden Gewissenskonflikt: Hilft er ihr zu wirkungsvoll, bringt er damit seinen Konkurrenten wieder in die Freiheit. Macht er dagegen den Eindruck, er helfe zu wenig, verspielt er seine Chancen ebenfalls. So ist es dramaturgisch nur logisch, dass der finale Gewissenskonflikt, der dann auch den Mordfall löst, genau darauf bezieht; in diesem Moment wird der Mord also explizit den eigentlichen Themen untergeordnet. Aber: Diese Art überspitzten Melodramas ist zugegebenermaßen Geschmackssache.

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