Puppenmord


Originaltitel:
Wilt
Jahr:
1990
Eingetragen:
30.01.2014
IMDB-Wertung:
6,2/10

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Verdächtige Szene
Henry Wilt (Griff Rhys Jones), Collegeprofessor und Loser, wird mal wieder bei einer Beförderungsrunde übergangen. Seine nervige Ehefrau Eva (Alison Steadman) befindet sich auf einem spirituellen Selbsterkenntnistrip. Ihre Freundin Sally (Diana Quick) lebt dagegen mit ihrem wohlhabenden Mann (Jeremy Clyde) in Saus uns Braus. Nach einem besonders erniedrigenden Abend auf einer Party ist Eva verschwunden. Zeugen belasten Henry: Er mit einem Messer auf eine Frau eingestochen und die Leiche in einer Baugrube versenkt. Inspektor Flint (Mel Smith), der ohnehin noch ein Hühnchen mit Henry zu rupfen hat, setzt alles daran, den hochverdächtigen zu überführen.

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„Woran erinnert Sie das?“ – „An den Rorschach-Tintenflecktest.“
Schwarzer Humor, wie er nur aus England kommen kann: Hier wird auf jegliche Geschmacksgrenzen gepfiffen und das ganze trotzdem mit einer Trockenheit herübergebracht, die den humoristischen Effekt nur noch weiter steigert. Wilts unbeholfene anfängliche Versuche, die Verdachtsmomente gegen ihn zu entkräften (der köstliche Telefonanruf) münden schließlich, als er immer mehr resigniert, in immer wildere Geschichten, die Naivling Flint für bare Münze nimmt. Ebenso Wilts Schüler, deren Respekt vor dem „Kapitalverbrecher“ von einem Tag auf den anderen in die Höhe schnellt.

Leicht bergab geht es dann erst, als die Erzählung den Mikrokosmos der Stadt verlässt. Weder die „Auflösung“ der Abwesenheit Evas, noch die Episode mit dem mörderischen Priester sind sonderlich lustig, da beide die Subversivität des Vorangegangenen vermissen lassen, sondern sich stattdessen auf eher spießigem Klamaukniveau bewegen. Mit der Bergung der „Leiche“ hätte man einen besseren Knalleffekt als Ende gehabt. Macht im Gesamtbild aber nicht viel – das kann man sich gut angucken!

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