Ekel


Originaltitel:
Repulsion
Jahr:
1965
Eingetragen:
14.02.2014
Bearbeitet:
15.02.2014
IMDB-Wertung:
7,7/10

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In bedeutungsschwangeren Bildern zu erzählen, kann sehr spannend anzuschauen sein. Einige besonders hervorragende künstlerische Werke bedienen sich dieses Stilmittels. Nur ist es eben ein schmaler Grat direkt am Abgrund des überzogenen Kitsches, an dem man sich damit hochriskant bewegt.

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Die zugrundeliegende Geschichte einer Frau (Catherine Deneuve), die sich vor jeder Art von Nähe ekelt, ist eigentlich ein guter Stoff, weil sie damit so gar nicht den gesellschaftlichen Erwartungen entspricht. Carol lässt ihr Leben einfach geschehen; erträgt es, anstatt es zu leben. Geht traumwandlerisch zu ihrer ironisch geladenen Arbeitsstelle, kehrt in ihr Zimmer in der Wohnung ihrer Schwester (Yvonne Furneaux) zurück und starrt die Wand an, bis der Tag endlich zu Ende ist. Als diese mit ihrem Verlobten (Ian Hendry) in Urlaub fährt, kommt es zur Katastrophe: Carols eigener ungebetener Verehrer (John Fraser) lässt nicht locker, der Vermieter (Patrick Wymark) fordert Bezahlung. Alles um sie herum vergammelt und verfällt.

In seinem offensichtlichen Enthusiasmus geht Regisseur Roman Polanski aber jedes Maß verloren. Ekel ist subtil wie ein Vorschlaghammer. Ein Hasenkadaver verrottet im Kühlschrank, Kartoffeln sprießen… na ja, vielleicht gerade noch akzeptabel. Aber aufreißende Gehwege und Mauern? Hände, die aus den Wänden ragen und nach Carol greifen? Oha… das ist genau das Niveau, das Roger Corman zu gleicher Zeit für Alptraumszenen ansetzte. Und bei dem behauptet ja auch niemand ernsthaft, dass seine Filme gesteigert künstlerisch anspruchsvoll wären.

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