American Hustle


Originaltitel:
American Hustle
Jahr:
2013
Eingetragen:
25.02.2014
Bearbeitet:
25.03.2014
IMDB-Wertung:
7,2/10

Zwei Trickbetrüger (Christian Bale und Amy Adams) tun sich nicht ganz freiwillig mit einem karrieregeilen FBI-Agenten (Bradley Cooper) zusammen. Der möchte nämlich weitere ihrer Kollegen ans Messer geliefert bekommen. Doch dabei leckt er schnell Blut und so steigert sich das Niveau der Zielpersonen schnell: ein korrupter Lokalpolitiker (Jeremy Renner), dann größere Fische der gleichen Berufsgruppe und schließlich sogar die Mafia (Robert De Niro). Mit letzterem geraten die Beteiligten dann aber natürlich sogar in Lebensgefahr.

Mit dem Trickbetrügergenre steht American Hustle (besonders nerviger Titel) in einer langen und bemerkenswerten Tradition: Von Frankie und seine Spießgesellen bis Der Clou waren dies häufig stargespickte Großproduktionen, die eigentlich finanziell kaum schiefgehen konnten. Vielleicht wichtigstes Erfolgsmerkmal dabei: Die gut gelaunte Inszenierung.

So stellt sich auch American Hustle größtenteils als Komödie dar. In diesem Sinne steht es jedoch in einer deutlich aktuelleren Tradition: dem kitschig-verzerrten Bild der Vergangenheit. Die Geschichte spielt sich nämlich in den 70er Jahren ab, oder sagen wir mal, einer imaginären Version der 70er Jahre, wie man sie sich vielleicht satirisch überspitzt ausmalen könnte. Das Bild wird bestimmt von albernen Frisuren, Brusthaartoupets, riesigen Sonnenbrillen und konsistent übertriebene Kostümen, die zu den Klängen entsprechender Popsongs zur Schau getragen werden. Stellenweise zugegeben komisch, aber es nutzt sich als Trend doch langsam ab: Es ist letztlich nichts als ein glattgebügelter, auf den komischen Effekt reduzierter Blick auf eine Welt, die so niemals existierte.

Interessanter wird es bei den Charakteren. Die meisten Hauptpersonen sind insofern gut gezeichnet, dass sie trotz ihrer Schwächen menschlich mehrdimensional und damit sympatisch wirken. Die unschöne Ausnahme bildet hierbei allein Elisabeth Röhm als Ehefrau Bales, deren Rolle jegliche Dimension vermissen lässt.

Die erzählerische Konstruktion der Geschichte ist ebenfalls ganz gut gelungen: Die kleinen Fische, die Schritt für Schritt immer tiefer in immer gefährlichere Abenteuer verwickelt werden, und die sich schließlich nicht mal mehr gegenseitig trauen können, tun dies alles ohne allzu große Verrenkungen; es bleibt nachvollziehbar, warum das alles geschieht. Doch auch hier gibt es wieder einen kleinen Wermutstropfen. Nach dem Teaser als Anfang folgt eine Rückblende, die sich einfach etwas zu lang hinzieht, bevor man wieder am Ausgangspunkt ankommt. Als Ausgeburt des generellen Überlängenwahns unserer Zeit aber verschmerzbar.

Voraussichtlich wird American Hustle (wo ist bloß der Sinn, vor alles mögliche stumpf „American“ zu stellen?) bei den diesjährigen Oscars dann wohl groß abräumen [Nachtrag: Trotz einem Dutzend Nominierungen ist kein einziger Preis herausgekommen]. Daraus schließen kann man natürlich wie üblich herzlich wenig. Es handelt sich einfach um Unterhaltungsware im besten und gleichzeitig schlechtesten Sinne: Der Film bietet harmlos-unterhaltsame zwei Stunden, groß im Gedächtnis festsetzen wird sich aber nichts. Wirklich überhaupt nichts. Außer vielleicht dem Nostalgiekitsch.

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